Bayer: Verhütungspille kommt in Deutschland vor Gericht

Bayer: Verhütungspille kommt in Deutschland vor Gericht

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Bayer erzielt erfreuliche Zuwächse im Gesundheits- und Pflanzenschutzgeschäft

Mit seinen Medikamenten erzielt Bayer hervorragende Umsätze. Wegen möglicher Nebenwirkungen seiner Verhütungspille Yasminelle muss sich der Konzern nun allerdings vor einem deutschen Gericht verantworten. 

Felicitas Roher verlangt von Bayer Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 200.000 Euro. Die damalige Studentin war vor sechs Jahren an der Universität in Freiburg zusammengebrochen. In ihrer Lunge hatten sich Blutgerinnsel gebildet, zwanzig Minuten lang war sie klinisch tot, Ärzte konnten sie knapp retten.

Für ihren Zusammenbruch und  Folgeschäden wie etwa eingeschränkte Leistungsfähigkeit macht die zuvor gesunde Frau die Bayer-Verhütungspille  Yasminelle verantwortlich, die sie zuvor eingenommen hatte. Ursprünglich war der Prozess bereits für den 5. November geplant, wurde jedoch aus Termingründen verschoben. Der Termin ist für den 17. Dezember vor dem Landgericht Waldshut-Tiengen (Baden-Württemberg) angesetzt.

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Marijn Dekkers Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Bayer hält die Ansprüche für „unbegründet“ und will sich „entschieden“ zu Wehr setzen.  In den USA sah sich Bayer wegen ähnlicher Vorwürfe einer Prozesswelle ausgesetzt und zahlte  bis Anfang dieses Jahres 1,9 Milliarden Dollar für rund 9000 Vergleiche,  ohne dabei freilich eine Haftung anzuerkennen.

Auch in Deutschland könnten noch mehrere Prozesse auf Bayer zukommen: Rohrers Anwalt vertritt noch acht weitere Frauen, die sich durch Bayer-Verhütungspillen geschädigt sehen. 2014 setzte Bayer mit solchen Verhütungspillen etwa 770 Millionen Euro um, etwa zwei Prozent des Konzernumsatzes.

Neue Medikamente boomen

Inzwischen stehen bei Bayer jedoch längst  andere Medikamente im Vordergrund – wie etwa das Anti-Thrombose-Mittel Xarelto. Während die Bedeutung der Verhütungspillen sinkt, hat der Leverkusener Konzern  in zahlreiche andere neue Präparate investiert.

Das Pharmageschäft bei Bayer boomt – wie sich bei der Vorlage der Quartalszahlen mal wieder zeigte. Bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie Währungsschwankungen, legte der Umsatz der Sparte um acht Prozent  gegenüber Vorjahr  zu.

Mit einer Vielzahl neuer Medikamente – dazu zählen neben Xarelto das Augenmedikament Eylea, die Krebspräparate Stivarga und Xofigo sowie Adempas gegen Lungenhochdruck – erwirtschaftete Bayer allein im dritten Quartal zwischen Juli und September einen Umsatz von über einer Milliarde Euro. 

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Auf das Gesamtjahr 2015  gerechnet dürften die neuen Präparate einen Umsatz von vier Milliarden Euro erzielen. Für Bayer-Konzernchef Marijn Dekkers ist damit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht – bei der Vorlage der Quartalszahlen sprach Dekkers von „noch mehr Wachstumschancen“.  

 Das bereinigte Wachstum  in der Pflanzenschutz-Sparte fiel demgegenüber mit 1,6 Prozent  verhaltener aus. Dank innovativer Produkte erzielte die Pflanzenschutz-Sparte jedoch noch einen steigenden Gewinn – bei vielen Konkurrenten wie etwa der BASF sind dagegen die Erträge eingebrochen. Sein Kunststoff-Geschäft hat Bayer ausgegliedert und zum Teil an die Börse gebracht. Bayer-Chef Marijn Dekkers will sich künftig nur noch auf Medikamente und Pflanzenschutzmittel konzentrieren.

 Insgesamt wuchs der Umsatz des Bayer-Konzerns im dritten Quartal gegenüber Vorjahr um zwei Prozent auf elf Milliarden Euro, der Gewinn legte um ein Fünftel auf eine Milliarde Euro zu. 

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