Behandlung gegen Blutkrebs: Neue Novartis-Immuntherapie zeigt Wirkung

Behandlung gegen Blutkrebs: Neue Novartis-Immuntherapie zeigt Wirkung

, aktualisiert 07. Juni 2017, 18:53 Uhr
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Das Unternehmen peilt mit der Immuntherapie einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar an.

Quelle:Handelsblatt Online

Novartis macht Patienten mit Blutkrebs Hoffnung: In einem klinischen Test des Pharmakonzerns sprachen fast die Hälfte der Patienten auf die Behandlung an. Die Immuntherapie wird zurzeit auf ihre Marktfreigabe geprüft.

ZürichEine experimentelle Immuntherapie des Schweizer Pharmakonzerns Novartis verspricht Hoffnung für Patienten mit einer aggressiven Form von Blutkrebs. In einem klinischen Test sprachen 45 Prozent der Patienten auf die Behandlung mit dem Wirkstoff CTL019 an, wie der Arzneimittelhersteller aus Basel am Mittwoch mitteilte. Bei 37 Prozent waren nach der dreimonatigen Therapie keine Krankheitssymptome mehr festzustellen. An der klinischen Studie der Phase II nahmen insgesamt 51 Erwachsene mit diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom teil.

Bei CTL019 handelt es sich um eine sogenannte CAR-T-Therapie. Dabei entnehmen Ärzte T-Zellen, modifizieren sie und injizieren sie den Patienten zurück in der Hoffnung, dass sie Krebs wirkungsvoller bekämpfen. Mit CTL019 sieht der Leiter der Novartis-Medikamentenentwicklung den Konzern auf Augenhöhe mit den führenden Unternehmen in diesem Teilbereich der Krebs-Immuntherapie, den beiden US-Biotechnologiefirmen Kite und Juno. "Wenn man sich die Datensätze der drei Konkurrenten ansieht, liegen die Ansprechraten alle in einem ähnlichen Bereich", sagte Vasant Narasimhan zur Nachrichtenagentur Reuters.

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Noch gelten die CAR-T-Therapien der drei Firmen, die pro Patient mit mehr als 500.000 Dollar zu Buche schlagen können, als letzte Option für Patienten, bei denen andere Behandlungen wirkungslos blieben. Doch immer mehr Ärzte halten den Ansatz für vielversprechend. Weltweit laufen mehr als 180 klinische Studien mit CAR-T-Therapien. Vieles ist noch unklar. Novartis etwa geht der Frage nach, warum manche Patienten auf CTL019 ansprechen, während bei anderen der Tumor nicht erkannt wird. "Ich hoffe, wir haben nächstes Jahr bessere Antworten", erklärte Narasimhan.

Die Schweizer, die in der als Durchbruch in der Krebsmedizin gefeierten Immuntherapie bislang kaum Flagge gezeigt haben, peilen mit CTL019 einen Jahresumsatz von einer Milliarden Dollar an. In den USA prüft die Arzneimittelbehörde FDA die Marktfreigabe der Therapie zur Behandlung von akuter lymphatischer Leukämie bei Kindern und Jugendlichen in einem beschleunigten Zulassungsverfahren (Fast-Track-Status). Die Zulassungsanträge für B-Zell-Lymphoms stellt Novartis für Oktober in Aussicht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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