Berthold Beitz : "Ich mache weiter, solange ich das kann"

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Berthold Beitz : "Ich mache weiter, solange ich das kann"

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Die Hauptversammlung von ThyssenKrupp: Noch im Januar 2013 nahm der damalige Aufsichtsratschef Gerhard Cromme (rechts) Anweisungen von Berthold Beitz entgegen.

Er ist ein Urgestein bei Krupp. Für den Stahlkonzern arbeitet er seit bald 60 Jahren. Und seit 1968 leitet Berthold Beitz die Krupp-Stiftung. Ans Aufhören denkt der 99-Jährige nicht.

Stets wird im Ruhrgebiet darüber spekuliert, wer dem alten Vorsitzenden Berthold Beitz an der Spitze der Krupp-Stiftung folgen könnte. Nachdem nun Gerhard Cromme nach seinem Rücktritt nicht mehr in Frage kommt, kam Beitzs Tochter, Susanne Henle, immer wieder ins Gespräch.

Das wird nicht mehr der Fall sein: Nach eigenen Angaben will Berthold Beitz an der Spitze der Essener Krupp-Stiftung bleiben und keinen Nachfolgekandidaten nominieren. „Ich mache weiter, solange ich das kann und noch klar im Kopf bin“, sagte der 99-Jährige der „Süddeutschen Zeitung“. Die Stiftung ist mit 25,3 Prozent der Anteile größter Einzelaktionär des Großkonzerns, der zuletzt vor allem wegen misslungener Auslandsgeschäfte Milliardenverluste einfuhr.

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Beitz äußerte sich auch zum Rücktritt von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. „Über Jahre habe ich gehört, bald werde alles besser, aber es wurde immer schlimmer. Ich musste einfach handeln“, sagte er. In Kreisen der Firma habe sich in den vergangenen Jahren „Größenwahn“ abgezeichnet. Der neue Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger habe jetzt sein „volles Vertrauen. Beitz zeigte sich zuversichtlich, dass der Konzern schon in wenigen Jahren „wieder gut dastehen“ werde.

Cromme hatte am 8. März überraschend seinen Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender von ThyssenKrupp angekündigt und will auch sein Amt als stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung niederlegen. Noch im vergangenen Dezember hatte Beitz versichert: „Cromme bleibt“. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender bei ThyssenKrupp soll der frühere Henkel-Chef Ulrich Lehner werden.

Beitz ist seit 1968 Kuratoriumsvorsitzender der Krupp-Stiftung. Er war vom letzten Krupp-Eigentümer, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, eingesetzt worden. Die Stiftung werde nach seinem Ausscheiden eine neue Struktur haben, sagte Beitz der „Süddeutschen“. Künftige Vorsitzende würden wie bei anderen Stiftungen auch vom Kuratorium gewählt; dessen Vorsitzender sollte nicht auch Chef des Konzerns sein. „Schon deshalb wird es keinen neuen Beitz mehr geben.“ Er widersprach Spekulationen, seine eigene Tochter könne ihm als Kuratoriumsvorsitzende nachfolgen. „Das ist ausgeschlossen.“

"Beitz ist schuldig für den Zustand bei ThyssenKrupp"

Ein Krupp-Nachfahre gab Beitz unterdessen die Schuld für die Probleme des angeschlagenen Stahlriesen. „Wenn jemand zu verantworten hat, wie negativ sich der Konzern entwickelt hat, dann einzig Berthold Beitz“, sagte Friedrich von Bohlen und Halbach dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Beitz sei seit mehr als einem halben Jahrhundert an herausragender Stelle bei Krupp tätig und verantwortlich für den „bedauerlichen Zustand“ des Konzerns. Beitz habe Aufsichtsratschef Cromme fallen gelassen, „um sich selbst zu schützen“.

Friedrich von Bohlen und Halbach ist ein Neffe des 1967 gestorbenen letzten Firmeninhabers Alfried Krupp von Bohlen und Halbach. Er liegt seit langem im Streit mit Beitz. In den 90er Jahren hatte er mit anderen Krupp-Nachfolgern vergeblich versucht, für die Familie vor Gericht das Recht zu erstreiten, drei Kuratoriumsmitglieder zu bestellen. Das Verfahren ging bis zum Bundesgerichtshof.

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