Bessere Exportchancen: Zughersteller kritisieren Handelshemmnisse in Japan

Bessere Exportchancen: Zughersteller kritisieren Handelshemmnisse in Japan

Wenige Tage vor dem Start der Bahnmesse Innotrans in Berlin fordert der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) bessere Exportchancen für deutsche Unternehmen in Japan.

„Für deutsche und europäische Hersteller von Triebzügen und Lokomotiven ist der japanische Markt so gut wie verschlossen“, sagte VDB-Hauptgeschäftsführer Ronald Pörner der WirtschaftsWoche. „Die Regierung und auch Betreiber von Eisenbahnen in Japan setzen bewusst auf Handelshemmnisse, die heimische Zughersteller einseitig bevorteilen. Der diesbezügliche Handel ist eine Einbahnstraße von Ost nach West.“ Im VDB sind Zughersteller wie Siemens, Bombardier und Alstom organisiert.

Eine Betriebssicherheitsklausel schreibt beispielsweise vor, dass Züge erdbebensicher gebaut sein müssen. „Natürlich produzieren auch europäische Hersteller erdbebensichere Züge, wie Exporte nach Taiwan und Kalifornien beweisen“, so Pörner. „Dennoch wird die Klausel als Vorwand genutzt, um europäische Zughersteller so weit wie möglich bei Ausschreibungen von vorne herein auszuschließen.“ Zudem seien die Beschaffungsprozesse in Japan komplex und undurchsichtig. „Um als Hersteller von Zügen oder Lokomotiven in Frage zu kommen, müssen sich die Unternehmen zunächst als ‚anerkannter Lieferant‘ registrieren lassen. Doch auf die Liste kommt ein Hersteller nur, wenn er früher schon mal als Lieferant tätig gewesen ist.“

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Der VDB fordert die Bundesregierung daher auf, den Druck auf Japan zu erhöhen. Europa und Japan verhandeln bald über Details eines Freihandelsabkommens. „Wir werben bei der Bundesregierung dafür, sich bei der Europäischen Kommission dahingehend stark zu machen, dass die Handelshemmnisse für europäische Zughersteller in Japan komplett beseitigt werden.“ Immerhin sei der japanische Bahnmarkt mit einem jährlichen Umsatz von zwei bis drei Milliarden Euro halb so groß wie der deutsche.

Auf der Innotrans präsentieren sich kommende Woche so viele Bahntechnikunternehmen aus Japan wie noch nie. Nach Angaben der Messe Berlin sind 33 Unternehmen wie Hitachi, Kawasaki Heavy Industries und Kinki Sharyo vertreten – fast ein Drittel mehr als bei der letzten Innotrans vor zwei Jahren. Japan hat gar eine eigene Ausstellunghalle gemietet – ein Novum in der Geschichte der Messe.

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