Bierkartell: Jetzt wird’s teuer für Oetker

Bierkartell: Jetzt wird’s teuer für Oetker

von Mario Brück

Das Bundeskartellamt verdonnert Radeberger, Carlsberg und vier regionale Brauer zu Bußgeldern in Millionenhöhe. Die Oetker-Tochter Radeberger hält sich jedoch nach wie vor für unschuldig – und legt Einspruch ein.

Das Bundeskartellamt hat wegen verbotener Preisabsprachen auf dem deutschen Biermarkt weitere empfindliche Bußgelder in Höhe von 231 Millionen Euro verhängt. Betroffen sind die Radeberger-Gruppe (Jever), Carlsberg (Holsten), die regionalen Brauereien Bolten, Erzquell, Gaffel und Früh sowie der Brauereiverband NRW. Das teilte das Bundeskartellamt am Mittwoch mit.

Damit beläuft sich die Gesamtstrafe für die Branche auf rund 338 Millionen Euro. Mitte Januar hatte das Kartellamt schon Bußgelder in Höhe von 106 Millionen Euro gegen die Privatbrauereien Bitburger, Krombacher, Veltins, Warsteiner und Barre verhängt. Für das Kartellamt stand demnach fest, dass die im Januar verdonnerten Brauer in den Jahren 2006 bis 2008 den Preis pro Hektoliter um je fünf bis sieben Euro illegal nach oben manipuliert hatten. „Für Flaschenbier wurde in 2008 eine Preiserhöhung abgesprochen, die zu einer Verteuerung des 20-Flaschen-Kastens von einem Euro führen sollte“, erklärte das Kartellamt. Daraus hat die Verbraucherzentrale Hamburg einen Gesamtschaden für die Verbraucher von jährlich 432 Millionen Euro errechnet.

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Hohe Geldbuße für Oetker

Zur Kasse gebeten werden nun vor allem die zum Bielefelder Oetker-Konzern gehörende Radeberger-Gruppe und die deutsche Tochter der dänischen Carlsberg Breweries A/S in Hamburg. Der weitaus größte Teil der Geldbußen dürfte auf die Oetker-Tochter entfallen. In Branchenkreisen wurde bereits vor Wochen die Summe von 190 Millionen Euro genannt.

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Zahlen müssen auch die Privat-Brauerei Bolten GmbH & Co. KG, Erzquell Brauerei Bielstein Haas & Co. KG, Cölner Hofbräu P. Josef Früh KG, Privat-Brauerei Gaffel Becker & Co OHG und der Verband Rheinisch-Westfälischer Brauereien e.V.. Betroffen sind auch sieben persönlich Verantwortliche.

Das Verfahren sei nun abgeschlossen, teilte das Kartellamt am Mittwoch mit. Nicht jedoch für Radeberger.

Die Biersparte des Oetker-Konzerns teilte zeitgleich mit dem Bekanntwerden der Bußgelder mit: „Die Radeberger Gruppe war nicht an einer Preisabsprache beteiligt. Wir widersprechen daher dem Vorwurf des Bundeskartellamtes gegen die Radeberger Gruppe.“ Zudem habe Radeberger schon heute Einspruch gegen den Bußgeldbescheid und damit gegen den diesem zugrundeliegenden Vorwurf - eingelegt.

Weiterhin heißt es in der Radeberger-Erklärung: „Bis zur Klärung durch die Gerichte ist der Vorwurf des Bundeskartellamtes daher eben nur das: ein Vorwurf. Aber kein rechtskräftiges Urteil. Die Radeberger Gruppe wehrt sich gegen eine Vorverurteilung und erinnert an die bis zu einem Urteil geltende und in Deutschland garantierte Unschuldsvermutung.“

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