Bilanzbetrug: Olympus droht Streichung von der Börse

Bilanzbetrug: Olympus droht Streichung von der Börse

, aktualisiert 10. November 2011, 16:04 Uhr
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Gesenkte Köpfe in der Olympus-Zentrale in Tokio.

Quelle:Handelsblatt Online

Dem Kamerahersteller Olympus droht die Streichung von der Börse in Tokio. Da das Unternehmen seine Bilanz für das zweite Quartal nicht bis Montag vorlegen kann, gerät es mitten im Bilanzskandal auf die Kontrollliste.

TokioDer Bilanzskandal beim Kamerahersteller Olympus beschäftigt inzwischen auch die Polizei. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Ermittlungskreise berichtete, hat die Polizei in Tokio mit ersten Ermittlungen gegen das Unternehmen begonnen.

Die Börse in Tokio hat unterdessen den Konzern auf seine Kontrollliste für eine mögliche Streichung vom Kurszettel gesetzt. Das Unternehmen hatte kurz zuvor erklärt, seine Bilanz für das zweite Geschäftsquartal nicht fristgerecht bis zum Montag vorlegen zu können. Neue Frist ist der 14. Dezember. Wenn das Unternehmen bis dahin seine Bilanz nicht veröffentlicht, wird Olympus vom Kurszettel der Börse gestrichen.

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Die Aktie stürzte am neunten Handelstag in Folge ins Bodenlose und schloss den Handel mit einem Minus von 17 Prozent bei 484 Yen, dem tiefsten Stand seit 1980. Damit haben sich seit Beginn der Affäre Mitte Oktober mehr als drei Viertel des Unternehmenswertes in Luft aufgelöst. Nach wochenlangen Dementis hatte Olympus am Dienstag einen großen Bilanzbetrug zugegeben.

Bei mindestens vier Übernahmen wurden noch aus den 90er Jahren durchgeschleppte Investment-Verluste versteckt, wie der neue Chef Shuichi Takayama einräumte.

Die Ereignisse haben Zweifel an der Zukunft des 92-jährigen Unternehmens geweckt. In weniger als einem Monat hat es mehr als 80 Prozent seines Börsenwertes eingebüßt. Am Donnerstag waren die Aktien vom Handel ausgesetzt. Nach Einschätzung von Experten bedeutet ein Rückzug von der Börse aber nicht automatisch das Aus für Olympus. Zwar habe die Firma viel an Börsenwert verloren. Aber sie habe immer noch bedeutende Geschäfte. Allerdings stünden die Zeiten für eine rettende Übernahme durch ein anderes Unternehmen schlecht. Dies sei erst dann wahrscheinlich, wenn der Skandal aufgearbeitet sei, sagte Hiroyuki Fukunaga von Investrust.

Olympus musste die geplante Vorlage der Geschäftszahlen verschieben, weil die Wirtschaftsprüfer wegen fehlender Angaben nicht in der Lage waren, die Bilanz abzusegnen, berichtet Reuters. Der Skandal wurde Mitte Oktober publik. Der gefeuerte Chef Michael Woodford hatte gesagt, er gehe davon aus, dass sich die Fehlbuchungen auf 1,5 Milliarden Dollar beliefen. Seinen Angaben nach wurde er entlassen, weil er die Buchungen infrage gestellt hat. Olympus zufolge erfolgte die Trennung wegen Management-Angelegenheiten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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