Bilanzpräsentation: Bayer hat Übernahmen im Visier

ThemaBayer

Bilanzpräsentation: Bayer hat Übernahmen im Visier

von Jürgen Salz

Am Freitag präsentiert der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern seine Geschäftszahlen für 2013. Im Mittelpunkt steht die Medikamenten-Sparte. Der neue Pharma-Chef Olivier Brandicourt bekommt reichlich zu tun.

Brandicourt kommt vom US-Konkurrenten Pfizer und steht seit dem 1. November vergangenen Jahres in Diensten von Bayer. Gemeinsam können der 57-Jährige Franzose Brandicourt und Bayer-Konzernchef Marijn Dekkers aus dem Vollen schöpfen: So gut wie jetzt stand die Medikamenten-Sparte von Bayer seit Jahrzehnten nicht mehr da. Allein fünf neue Top-Präparate haben es in jüngster Zeit auf den Markt geschafft: Xarelto gegen Thrombosen, Stivarga und Xofigo gegen Krebs., das Augenmittel Eylea und Riociguat gegen Lungenhochdruck, das immerhin eine Zulassungsempfehlung der europäischen Arzneimittelbehörde erhalten hat. Mit den neuen Medikamente wollte Bayer im Jahr 2013 einen Umsatz von insgesamt 1,4 Milliarden Euro erreichen. In einigen Jahren sollen es sogar 5,5 Milliarden Euro sein.

Ganz makellos ist die Bilanz freilich nicht: Vor wenigen Wochen lehnte es die US-Arzneimittelbehörde FDA ab, Xarelto auch für Herzpatienten zuzulassen. Die Testergebnisse überzeugten die Prüfer nicht, Bayer hatte sich davon ein lukratives Zusatzgeschäft versprochen.

Anzeige

Vorabdruck "Die Pharma-Lüge" Wie die Pharma-Branche Patienten schadet

Wirkungslose Therapien, verheimlichte Studien, vertuschte Nebenwirkungen: Ein britischer Arzt enthüllt, wie Unternehmen Ärzte in die Irre führen – und Patienten schädigen. Über das Geschäft mit der Pharma-Lüge.

Quelle: dpa/Montage

Insbesondere in der Krebstherapie will sich Bayer verstärken. Um ihre Position zu verbessern, haben die Leverkusener in diesen Tagen die Übernahme des norwegischen Unternehmens Algeta in trockene Tücher gebracht. Bayer zahlt umgerechnet gut zwei Milliarden Euro für das Unternehmen aus Oslo. Algeta beschäftigt etwa 180 Mitarbeiter und erwirtschaftet rund 75 Millionen Euro Jahresumsatz – verglichen mit Bayer kommt der norwegische Krebs-Spezialist eher wie ein Zwerg daher. Doch haben beide Unternehmen bereits bei der Entwicklung von Xofigo gegen Prostatakrebs zusammen gearbeitet. Weitere gemeinsame Präparate sollen folgen. Algeta habe hoffnungsvolle Forschungsprojekte zu bieten, heißt es.

Weitere Artikel

Jedoch will sich Bayer offensichtlich nicht nur bei innovativen, verschreibungspflichtigen Medikamenten verstärken. Angeblich soll Bayer auch an dem Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten, das der US-Pharmakonzern Merck & Co. (nicht zu verwechseln mit dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern gleichen Namens) loswerden möchte, interessiert sein. Zum Portfolio der Amerikaner zählen unter anderem Dr. Scholl’s Fußpflegeprodukte. Allerdings sollen neben Bayer auch noch Novartis und andere Großkonzerne aus der Branche für die Sparte bieten.

Bei Bayer macht das Gesundheitsgeschäft knapp die Hälfte des Jahresumsatzes (2012: 39, 7 Milliarden Euro) aus. Gut ein Drittel steuert das Chemie- und Kunststoffgeschäft Bayer Material Science bei, den Rest das Pflanzenschutzgeschäft. Während das Chemiegeschäft unter der mauen Konjunktur und Überkapazitäten leidet, dürfte die Pflanzenschutz-Sparte ein gutes Jahr erlebt haben. Für die meiste Aufmerksamkeit dürfte dennoch bei der Bilanzvorlage am Freitag das Gesundheitsgeschäft sorgen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%