Bilanzpressekonferenz: Konzernchef Reitzle verärgert über Politik

Bilanzpressekonferenz: Konzernchef Reitzle verärgert über Politik

von Matthias Kamp

Es dürfte die zweitletzte Bilanzpressekonferenz seiner Karriere gewesen sein. Im Mai kommenden Jahres wird Wolfgang Reitzle abtreten. Heute legte er noch Mal glänzende Zahlen vor.  

Noch bis vor wenigen Wochen haben Vorstand und Aufsichtsrat des Gaseherstellers Linde intensiv eine Verlängerung des Vertrags von Wolfgang Reitzle diskutiert. Inzwischen steht fest: Der Vorstandschef wird wie ursprünglich geplant im Mai 2014 seinen Posten räumen. Vorstand und Aufsichtsrat suchen derzeit einen externen Nachfolger für den charismatischen Konzernchef. Doch bis der gefunden wird, dürfte noch einige Zeit vergehen, heißt es im Konzern. Reitzle hofft, dass die Nachfolgeregelung „geschmeidig, ordentlich und elegant“ verläuft, wie er heute bei der Präsentation der Bilanz des Jahres 2012 sagte.

Führungswechsel Linde-Chef Reitzle hört 2014 auf

Linde -Chef Wolfgang Reitzle will seinen Vertrag nicht über das Jahr 2014 hinaus verlängern. Er wolle auch nicht für den Aufsichtsrat oder dessen Vorsitz kandidieren. Einen Nachfolger für Reitzle gebe es bereits.

„Ich werde 2014 aufhören, wie mein Vertrag es vorsieht. Daran wird sich nichts mehr ändern“, sagte Noch-Linde-Chef Reitzle. Quelle: dpa

Ein Wechsel in den Aufsichtsrat kommt für Reitzle nicht in Frage, vor allem auch wegen der gesetzlich vorgeschriebenen zweijährigen so genannten Abkühlphase, während der ein Wechsel vom Vorstandsposten ins Kontrollgremium nicht möglich ist. Dabei ist sich Reitzle sicher, dass er das nötige 25-Prozent-Quorum auf der Hauptversammlung erreichen würde. Eingriffe der Politik wie die Abkühlphase sorgen bei dem Linde-Chef zunehmend für Verärgerung. Es sei ein „gefährlicher Trend, dass die Politik mehr und mehr in die Selbstregulierungskräfte des Marktes eingreift“. Zu beobachten sei dies auch bei der Energiewende, die, so Reitzle, nach „planwirtschaftlichen Vorgaben“ verlaufe, bei denen jegliche Preisbildungsmechanismen außer Kraft gesetzt seien. Ähnliches gelte für die Diskussion um Managergehälter. „Jeden Tag gibt es neue Eingriffe“, klagt Reitzle.

Anzeige

Die Geschäftszahlen des Münchner Gaseherstellers für das vergangene Jahr können sich indes sehen lassen. Der Umsatz kletterte um 10,8 Prozent auf 15,28 Milliarden Euro.

Weitere Artikel

Das operative Ergebnis wuchs um 10 Prozent auf 3,53 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 1,324 Milliarden Euro, ein Plus von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im laufenden Jahr werde sich das Wachstum fortsetzen, so Reitzle. Angepeilt wird ein operatives Ergebnis von vier Milliarden Euro. Großes Potenzial sieht der Linde-Chef vor allem in den Schwellenländern Asiens.  

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%