Bilfinger: Bilfinger bleibt länger unter Aufsicht des US-Justizministeriums

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Bilfinger bleibt weiter unter US-Aufsicht

von Harald Schumacher

Der Dienstleistungskonzern Bilfinger bleibt wegen früherer Rechtsverstöße länger unter Aufsicht des US-Justizministeriums als bisher angenommen.

Das sagte Bilfinger-Vorstandschef Axel Salzmann, der interimsmäßig auch Vorstandschef des Unternehmens ist, bei der heutigen Hauptversammlung. Infolge eines 2003 erfolgten Korruptionsfalls in Nigeria kontrolliert die US-Behörde mit Hilfe des von ihr beauftragten Rechtsanwalts Mark Livschitz das Geschäftsgebaren des Mannheimer M-Dax-Konzerns und die Verbesserung seines Compliancesystems. Diese Kontrolle sollte ursprünglich spätestens 2016 enden.

Nun sagte Salzmann,  Bilfinger sei "eine grundsätzliche Vereinbarung mit den US-Behörden gelungen". Demnach verhängt das US-Justizministerium laut Salzmann "keine Sanktionen derzeit, sondern es gebe "eine neue Vereinbarung, die weiterhin von einem Compliance-Monitor begleitet wird". Als möglichen Grund deutete Salzmann an: "2015 mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass dem US-Ministerium unsere bisherigen Bemühungen nicht ausreichen." Eine Frist für die US-Überwachung nannte Salzmann nicht.

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Ein Grund für die Verlängerung der US-Kontrolle ist womöglich auch der erneute Wechsel an der Bilfinger-Spitze. Anwalt Livschitz hatte bereits vor dem Amtsantritt des Norwegers Per Utnegaard Mitte 2015 der WirtschaftsWoche gesagt: "Eine enge Zusammenarbeit des Vorstandschefs mit mir ist für eine frühzeitige Zielerreichung des Monitorprogramms von großer Bedeutung." Da Utnegaard nach nur zehn Monaten Amtszeit ausgeschieden ist - unter anderem laut Aufsichtsratschef Cordes wegen Unstimmigkeiten über Reisekostenabrechnungen - muss Livschitz nun erneut auf den Amtsantritt eines neuen Vorstandschefs warten, um mit ihm die Compliance-Praxis des Konzerns gemeinsam zu handhaben.

Künftiger Bilfinger-Chef soll der heutige Linde-Vostand Thomas Blades sein, der frühestens im dritten Quartal in Mannheim seine neue Aufgabe übernehmen kann. Bilfinger ist nach Siemens und Daimler das dritte und derzeit einzige deutsche Unternehmen, das wegen Korruptionsvergehen unter US-Aufsicht steht.

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