Bilfinger-Chef Roland Koch: "Der Kampf gegen Steuerbetrüger lässt sich gewinnen"

InterviewBilfinger-Chef Roland Koch: "Der Kampf gegen Steuerbetrüger lässt sich gewinnen"

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Roland Koch ist gegen die gesetzliche Frauenquote, für die Deckelung von Managergehältern und sieht optimistisch in die Zukunft

von Harald Schumacher und Stephanie Heise

Der Vorstandschef des Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger über den Fall Hoeneß, Steueroasen und die Deckelung von Managergehältern.

Viel hat Roland Koch aus seinem Politikerleben nicht mitgenommen in die neunte Etage der Bilfinger-Zentrale: zum einen Wolf-Dieter Adlhoch, im Wiesbadener Koch-Machtzirkel sein Grundsatzreferent, heute auf dem gleichen Flur sein Büroleiter für "strategische Grundsatzfragen". Zum anderen hat Koch Dutzende gerahmte Fotos auf dem Sideboard aufgestellt: Koch mit George Bush, Koch mit dem Dalai Lama, Koch mit Angela Merkel – mit persönlichen Widmungen. Merkel bedankt sich für die "gute Zusammenarbeit". Er wolle "kein politischer Eunuch" werden, sagte der Jungmanager der WirtschaftsWoche nach seinem Seitenwechsel vor zwei Jahren. Mal sehen, ob er Wort hält.

WirtschaftsWoche: Herr Koch, was halten Sie vom Fall Uli Hoeneß und der Diskussion um Steuerhinterziehung in der Schweiz und anderswo?

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Koch: Ich finde es gut, dass wir heute effizientere Systeme haben, um den Steueranspruch des Staates durchzusetzen. Ich hoffe, dass Fälle wie der aktuelle dazu führen, dass alle Betroffenen sehen, dass sich die Zeiten geändert haben.

Denken manche immer noch, dass Steuerhinterziehung ein Kavaliersdelikt ist?

Ich habe eher den Eindruck dass manche dachten, es würde nicht entdeckt. Dass es ein Kavaliersdelikt ist, haben diejenigen, die größere Steuerschulden haben, nie gedacht. Das hatte lange Zeit eine gewisse Üblichkeit. Mit der ist es jetzt weltweit zu Ende.

Und dieser Kampf ist zu gewinnen?

Ja, gemessen an der Masse früherer Fälle, ist er zu gewinnen. Das Kontrollnetz ist schon sehr engmaschig geworden und wird noch dichter. Zudem ist in den Zeiten des Computers ein Konto schneller zu finden als in den Zeiten der Karteikarte. Neue Fälle dürften weit seltener sein als früher.

Sollten Prominente sich vorbildlich verhalten?

Dass Prominente immer noch unbedingt Vorbilder sein müssen, glaube ich nicht. Aber die Öffentlichkeit interessiert sich nun mal für ihr Handeln aufgrund ihrer Prominenz.

Gesellschaftliche Kritik gibt es zunehmend auch an der Höhe der Managergehälter. Was halten Sie davon, künftig die Aktionäre darüber entscheiden zu lassen?

Ich habe nichts gegen Entscheidungen der Hauptversammlung, aber wer glaubt, eine direkte Entscheidung durch die Aktionäre statt im Aufsichtsrat würde viel ändern, irrt. Heute weiß jeder, was Manager verdienen. Es ist gut, dass da Transparenz besteht. Aber die Entlohnung von Managern aus Sicht der Unternehmen und auch der Aktionäre ist meist rational an deren Leistung orientiert, auch wenn die Öffentlichkeit daran Zweifel hat.

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