Bilfinger-Chef: Tom Blades' neuer Plan braucht noch Zeit

Bilfinger-Chef: Tom Blades' neuer Plan braucht noch Zeit

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Das Logo des Dienstleistungskonzerns Bilfinger in Mannheim.

Der kriselnde Industriedienstleister Bilfinger hat nach dem Verkauf der Bau- und Gebäudedienste einen hohen Gewinn erzielt. Eine neue Strategie für das angeschlagenen Unternehmen ist für Februar angekündigt.

Der kriselnde Industriedienstleister Bilfinger hat nach dem Verkauf der Bau- und Gebäudedienste einen hohen Gewinn erzielt. Im eigentlichen Geschäft belasteten die Zurückhaltung in der Öl- und Gasindustrie, ein schwaches Kraftwerksgeschäft sowie Umbaukosten aber weiter. Unter dem Strich sorgte der Verkauf der Immobiliendienstleistungen im dritten Quartal für einen Gewinn von 457 Millionen Euro, nach einem Verlust von 76 Millionen ein Jahr zuvor, teilte der MDax-Konzern am Donnerstag mit.

Die Leistung sank von Juli bis September um ein Fünftel auf 1,02 Milliarden Euro. Auftragsbestand und Auftragseingang, die auf die künftige Entwicklung schließen lassen, sackten um 19 beziehungsweise 5 Prozent ab. Nach dem Verkauf der profitablen Bau- und Gebäudedienstleistungen ist Bilfinger deutlich geschrumpft. Die Prognosen für 2016 bestätigte Konzernchef Tom Blades. Zum weiteren Umbau gab es hingegen noch keine entscheidenden Neuigkeiten. Der neue Bilfinger-Chef Tom Blades braucht mehr Zeit für einen Plan zur Rettung des kriselnden Ingenieursdienstleisters.

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Eigentlich wollte der Brite nach seinem Antritt im Juli schon im vierten Quartal ein Konzept dazu vorlegen, wie er den Mannheimer Traditionskonzern vom Abgrund wegziehen will. Jetzt kündigte Bilfinger eine neue Strategie mit Umsetzungsplan für den 14. Februar an. Dieser soll Klarheit über künftige Märkte und Kunden schaffen sowie Zahlen zu Kosten und Wachstumszielen enthalten. Im dritten Quartal fing sich der mit der Energiewende und niedrigen Ölpreisen kämpfende MDax-Konzern und schrieb einen kleinen operativen Gewinn.

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Thomas Blades. Quelle: Bilfinger

Vor gut einem Jahr hatte Blades Vorgänger Per Utnegaard eine Zwei-Säulen-Strategie mit vielen Unbekannten vorgestellt, die drei Monate später schon wieder Makulatur war. Auf Druck des Großaktionärs Cevian, einem schwedischen Finanzinvestor, trennte sich Bilfinger vom Bau- und Immobiliendienstleistungsgeschäft und halbierte sich damit fast. Utnegaard, ein Logistikfachmann, warf im April das Handtuch.

Blades ist der vierte Chef seit dem Abtritt des früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, der das Ruder herumreißen soll - jetzt mit dem kürzlich erst eingestiegenen neuen Finanzchef Klaus Patzak. Analysten setzen auf Blades Branchenkenntnis als langjährigem Schlumberger -Manager und Ex-Linde -Vorstand mit viel Expertise in der Öl- und Gasförderung. "Das neue Management-Team an der Spitze vereint viel Industrie- und Restrukturierungserfahrung für diese Ziele", lobte Thorsten Reigber, Analyst von der DZ Bank.

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Das Logo von Bilfinger Quelle: dpa

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Der Aktienmarkt reagierte mit Kursgewinnen von zeitweise gut zwei Prozent auf die Geschäftszahlen zum dritten Quartal, die Analysten zufolge besser ausfielen als erwartet. Die Industriesparte, in der Bilfinger etwa für Chemieunternehmen oder Ölförderer Anlagen konstruiert und wartet, konnte die Kosten drücken. Das Kraftwerksgeschäft, das entgegen dem ursprünglichen Plan nun doch nicht vollständig verkauft wird, dämmte den Verlust ein.

Von Juli bis September erzielte das Unternehmen trotz eines Umsatzrückgangs ein bereinigtes operatives Ergebnis von 21 Millionen Euro nach 15 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Leistung lag mit 1,02 Milliarden Euro ein Fünftel unter dem Vorjahreserlös. Nach Steuern verdienten die Mannheimer mit den fortzuführenden Aktivitäten elf Millionen Euro.

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Bilfinger Quelle: dpa

Der Verkauf der Bau- und Immobiliensparte brachte rund 540 Millionen Euro ein, die zur Sanierung des Unternehmens eingesetzt werden sollen. Nach neun Monaten stand daher ein Nettogewinn von 324 Millionen Euro in den Büchern nach einem Rekordverlust von gut einer halben Milliarde im Jahr zuvor. Dem stehen allerdings noch Hunderte Millionen Belastungen gegenüber durch Personalabbau, Abschreibungen sowie Investitionen in neue IT- und interne Kontroll-Systeme gegen Korruption.

Bilfinger bekräftigte dennoch den Ausblick. Der Umsatz soll demnach um rund ein Fünftel auf 4,1 Milliarden Euro sinken, das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) soll sich deutlich gegenüber 2015 verbessern, als ein Verlust von 23 Millionen Euro anfiel.

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