Bilfinger droht Rekordverlust: Konzern zieht sich aus zahlreichen Geschäftsfeldern zurück

Bilfinger droht Rekordverlust: Konzern zieht sich aus zahlreichen Geschäftsfeldern zurück

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Das Bilfinger-Logo. Dem Konzern geht es schlecht.

Der angeschlagene Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger will sich mit einer Rosskur gesundschrumpfen. Der Konzern stößt mehrere Bereiche ab und zieht sich nach Europa zurück. Die Börse belohnte die Entscheidung.

Ein drohender Rekordverlust zwingt Bilfinger zu einer Schrumpfkur. Der angeschlagene Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzern kündigte am Donnerstag den Rückzug aus zahlreichen Geschäftsfeldern an. Zusätzlich zum geplanten Verkauf der kriselnden Kraftwerkssparte gehörten künftig Bereiche mit einem Leistungsvolumen von einer Milliarde Euro nicht mehr zum Kerngeschäft, betonte Konzern-Chef Per Utnegaard. Für diese würden alle Optionen geprüft. Börsianer rechnen mit dem Verkauf dieser Geschäftsfelder, um das für die Sanierung notwendige Geld zusammenzubekommen.

"Wir fokussieren unser Geschäft von drei auf zwei Segmente, konzentrieren international weit verstreute Aktivitäten auf unseren Heimatmarkt Europa und ersetzen eine komplexe Struktur durch eine transparente und schnelle Organisation", betonte Utnegaard. Zukünftig beschränkt sich Bilfinger auf die Sparten Industrie und Bau/Gebäudedienstleistung. Außerdem sollen die beiden Bereiche größere Eigenständigkeit erhalten. Damit dreht der neue Bilfinger-Chef Reformen seines Vorgängers Roland Koch zurück. Der ehemalige hessische Ministerpräsident hatte die Konzernsparten an die kurze Leine genommen, um Einsparungen zu erreichen.

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Bilfingers Kraftwerksgeschäft leidet unter Energiewende

Das Kraftwerksgeschäft, das kleinste der drei Bilfinger-Standbeine, leidet unter der Energiewende in Deutschland und dem Ölpreisrückgang. Der Bau von Kraftwerken ist wegen des Atomausstiegs fast zum Erliegen gekommen. Nach mehreren Prognose-Senkungen musste Koch 2014 seinen Hut als Vorstandschef nehmen. Im ersten Halbjahr 2015 brockte die Kraftwerkssparte dem Konzern einen Verlust von 439 Millionen Euro ein - so viel wie nie zuvor. Auch für das Gesamtjahr droht ein Rekord-Minus.

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Utnegaard, der seit Juni die Geschicke bei Bilfinger verantwortet, bekräftigte die Ergebnisziele für 2015. Er rechnet mit einer Leistung von 6,25 Milliarden Euro und einem bereinigten Ebita von 150 bis 170 Millionen Euro. "Das deutet darauf hin, dass sich das Geschäft nicht weiter verschlechtert hat", urteilte DZ Bank-Analyst Jasko Terzic. Das nähre die Hoffnung, dass Bilfinger bereits 2016 die Trendwende schaffe.

Für eine umfassende Einschätzung des angekündigten Konzernumbaus fehle es aber an den notwendigen Details, betonte Terzic. Diese und die Ergebnisziele für 2016 will Bilfinger im Frühjahr vorstellen.

Anleger reagierten positiv auf die Ankündigungen Utnegaards. Die Bilfinger-Aktien legten 1,4 Prozent zu und gehörten damit zu den Favoriten im Nebenwerte-Index MDax.

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