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Bilfinger: Gesteckte Ziele wurden 2012 erreicht

Nach eigenen Angaben hat sich Bilfinger in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld gut entwickelt. Die Leistung stieg im Geschäftsjahr 2012 um zwei Prozent auf über 8,5 Millionen Euro. Das operative Ergebnis stieg um 17 Prozent auf 466 Millionen Euro.

Wenige Monate vor dem Einstieg des früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) präsentiert sich Deutschlands zweitgrößter Baukonzern Bilfinger Berger auf Erfolgskurs. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdoppelte sich nach vorläufigen Zahlen 2010 auf 343 Millionen Euro. Und auch unter dem Strich verdiente der Konzern mit 284 Millionen Euro zweimal so viel wie im Vorjahr.

Dennoch steht der Baukonzern vor einigen Herausforderungen, wenn Koch Herbert Bodner an der Bilfinger-Spitze ablöst. wiwo.de gibt einen Überblick.

 

 

Vor knapp zwei Jahren, am 3. März 2009, stürzte in der Kölner Innenstadt am Waidmarkt oberhalb einer unter anderem von Bilfinger Berger verantworteten U-Bahn-Baustelle das Stadtarchiv-Gebäude mitsamt angrenzender Gebäudeteile völlig unerwartet innerhalb von Sekunden ein. Zwei Menschen starben dabei. Der Bestand des Stadtarchivs mitsamt zigtausenden unersetzbaren Dokumenten aus der Kölner Geschichte wurden unter Schutt begraben. Die Bergung der Archivalien mittels eines eigens angelegten Bergebauwerks ist jetzt erst abgeschlossen. Um die tatsächlichen Ursachen des Unglücks herauszufinden, muss nun ein hoch kompliziertes Besichtigungsbauwerk in die Tiefe des Unglücksortes gebaut werden, damit Staatsanwälte und Gutachter die unterirdischen Schlitzwände in Augenschein nehmen können, die die ursprünglich U-Bahn-Baustelle hätten stabilisieren sollen. 2011 kann also zum Jahr der Wahrheit werden für Bilfinger. Bisher versuchte Vorstandschef Herbert Bodner, die Verantwortung möglichst breit zu verteilen. Dass auch Züblin und Wayss & Freytag der Arbeitsgemeinschaft angehören, die mit Bilfinger diesen Teil der Kölner U-Bahn-baut, hat die Öffentlichkeit aber wenig interessiert. Bilfinger ist schließlich technischer Führer des Teams. Und übel genommen wurde Bodner, dass er nicht einmal ohne juristisch relevante Anerkennung einer Schuld, persönlich zum Unfallort kam. Selbst wenn Bilfinger die finanziellen Risiken gut versichert hat – der Imageschaden und der Umgang mit dem Unglück bleiben in Erinnerung, und man darf gespannt sein, wie der politisch versierte Bilfinger-Nachfolger damit umgeht.

Texte: Harald Schumacher

Foto: dpa

Leistung und Ergebnis konnten, nach Angaben des Unternehmens, trotz Devestitionen und der planmäßigen Volumenreduzierung, weiter gesteigert werden. Am erfolgreichen Geschäftsverlauf sollen die Aktionäre mit einer Dividende von drei Euro beteiligt werden, vorbehaltlich einer entsprechenden Beschlussfassung des Aufsichtsrates. Im vergangenen Jahr wurde zusätzlich zur Basisdividende von 2,50 Euro noch ein Bonus in Höhe von 0,90 Euro ausgeschüttet. Grund dafür war die Veräußerung der australischen Valemus. Händler hoben die Höhe der vorgeschlagenen Dividende positiv hervor. Analysten hatten hier mit etwas weniger gerechnet.

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Bilfinger auf Einkaufstour

  • Johnson Screens, USA

    Übernahme: Januar 2013
    Sparte: Wassertechnik
    Umsatz: 160 Mio Euro
    Mitarbeiter: 1200

  • SIELV, Italien

    Übernahme: Dezember 2012
    Sparte: Technisches Gebäudemanagement
    Umsatz: 50 Mio Euro

    Mitarbeiter: 220

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    Übernahme: Dezember 2012
    Sparte: Kraftwerks-Service
    Umsatz: 60 Mio Euro
    Mitarbeiter: 460

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    Übernahme: 2012
    Sparte: Industrieservice - Rohrleitungsbau, Stahlbau, Anlagenmontage
    Umsatz: 150 Millionen Euro
    Mitarbeiter: 1000

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    Übernahme: 2012
    Branche: Kraftwerksplanung - Power Services
    Umsatz 2010: 30 Millionen Euro
    Mitarbeiter: 230

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    Sparte: Industriedienstleistungen

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    Übernahme: 2002

    Sparte: Gebäudemanagement

    Umsatz: 175 Mio. Euro

    Mitarbeiter 1.950

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    Übernahme: 2005

    Sparte: Kraftwerkdienstleistungen

    Umsatz: 350 Mio. Euro

    Mitarbeiter: 2.700

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    Sparte: Kraftwerkdienstleistungen

    Umsatz: 160 Mio. Euro

    Mitarbeiter: 800

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    Übernahme: 2008

    Sparte: Gebäudemanagement

    Umsatz: 500 Mio. Euro

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  • Norsk Hydro

    Übernahme: 2008

    Sparte: Industriedienstleistungen

    Umsatz: 250 Mio. Euro

    Mitarbeiter: 2.200

  • Tepsco

    Übernahme: 2008

    Sparte: Industriedienstleistungen

    Umsatz: 180 Mio. Euro

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  • MCE

    Übernahme: 2009

    Sparte: Kraftwerk- sowie Industriedienstleistungen

    Umsatz: 900

    Mitarbeiter: 6.500

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    Umsatz: 60 Mio. Euro

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    Übernahme: 2011

    Sparte: Gebäudemanagement

    Umsatz: 40 Mio. Euro

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    Übernahme: 2011

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    Umsatz: 25 Mio. Euro

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    Übernahme: 2012

    Sparte: Industriedienstleistungen

    Umsatz: 225 Mio. Euro

    Mitarbeiter: 3.200

  • Sielv

    Übernahme: Dezember 2012

    Sparte: Technisches Gebäudemanagement

    Umsatz: 50 Mio Euro

    Mitarbeiter: 220

  • Helmut Mauell GmbH

    Übernahme: Dezember 2012

    Sparte: Kraftwerks-Service

    Umsatz: 60 Mio Euro

    Mitarbeiter: 460

  • Johnsons Screens

    Übernahme: Januar 2013

    Sparte: Wassertechnik

    Umsatz: 160 Mio Euro

    Mitarbeiter: 1200

Im vorläufigen Bericht zum Geschäftsjahr 2012 heißt es, dass Bilfinger sich mit den vorgenommenen Weichenstellungen auf einen guten Weg befinde, seine mittelfristigen wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Dazu habe das Unternehmen sein Angebotsspektrum entwickelt und die regionale Präsenz weiter ergänzt. Das Nigeriageschäft wurde planmäßig reduziert, etwa durch dem Verkauf von zehn Prozent der Julius Berger Nigeria an einen nigerianischen Investor. Auch der verbleibende Anteil soll schrittweise reduziert werden. Außerdem wurden 90 Prozent der Beteiligung an Julius Berger International (Wiesbaden) an Julius Berger Nigeria verkauft.

Gestützt auf eine starke Entwicklung in den ersten drei Quartalen stieg das operative Ergebnis (Ebita) 2012 um 17 Prozent auf 466 Millionen Euro, wie das MDax-Unternehmen am Montag mitteilte. Der Überschuss lag bei 275 Millionen Euro, und der Konzern rechnete 8,635 Milliarden Euro an Leistungen ab. Die Zahlen für das Gesamtjahr erfüllten die Prognosen der von Reuters befragten Analysten. Die Aktien stiegen im Geschäft von Lang&Schwarz und im Frankfurter Frühhandel um jeweils mehr als ein Prozent. Im Schlussquartal verlor das Geschäft allerdings an Schwung. So sank das Ebita um fünf Prozent auf 116 Millionen Euro. Der Überschuss brach um 19 Prozent auf 57 Millionen Euro ein. Bei den abgerechneten Leistungen stand hingegen ein Plus auf 2,304 Milliarden Euro zu Buche.

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Der operative Cashflow beläuft sich nach Angaben des Unternehmens auf 224 Millionen Euro. Im Vorjahr waren das 281 Millionen Euro. Das Working Capital ist im Vergleich zum Vorjahr um 145 Millionen Euro gesunken. Grund dafür waren vor allem strukturelle Veränderungen, wie die Nigeriaaktivitäten sowie die Reduzierung des Baugeschäfts.

Für 2013 erwartet Bilfinger im laufenden Jahr in allen Geschäftsfeldern eine positive Entwicklung. Die Leistung des Konzerns dürfte im laufenden Geschäftsjahr erneut steigen. Basis dafür bildeten das geplante organische Wachstum in den meisten Sparten und die bislang schon erfolgten Übernahmen.

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