BMW: Quandt-Kinder erben Anteile gemeinsam

BMW: Quandt-Kinder erben Anteile gemeinsam

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Stefan Quandt und seine Schwester Johanna Klatten erben die BMW-Anteile ihrer verstorbenen Mutter gemeinsam.

Nach dem Tod von BMW-Großaktionärin Johanna Quandt erben ihre beiden Kinder die Anteile an dem Autobauer. Sohn Stefan Quandt will ein Pflichtangebot für BMW aber vermeiden.

Die Anteile der verstorbenen BMW -Großaktionärin Johanna Quandt an dem Münchener Autobauer werden unter ihren Kindern aufgeteilt. Die Firma, in der die Witwe von Herbert Quandt ihr BMW-Aktienpaket geparkt hatte, werde voraussichtlich zwischen Stefan Quandt und Susanne Klatten geteilt, sagte ein Sprecher der Familie am Dienstag in Bad Homburg.

Die vor einer Woche mit 89 Jahren gestorbene Johanna Quandt hatte allerdings den größten Teil der Aktien unbemerkt von der Öffentlichkeit bereits von 2003 bis 2008 an die beiden Kinder verteilt, die Stimmrechte für das gesamte Paket von mehr als 16 Prozent an BMW aber behalten. Persönlich hielt sie zuletzt nur noch 0,4 Prozent der Aktien.

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Die Quandts und BMW

  • Welche Anteile halten die Quandts?

    Nach dem Tod des Unternehmers Herbert Quandt 1982 hatten seine Witwe Johanna und ihre beiden Kinder die BMW-Anteile und die Mehrheit am Chemiekonzern Altana geerbt. Johanna Quandt war ab 1982 im Aufsichtsrat, von 1986 bis 1997 war sie stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende. Dann überließ sie diese Arbeit ihren Kindern. Johanna Quandt hielt 16,7 Prozent, Sohn Stefan hält 17,4 Prozent und Susanne Klatten 12,6 Prozent an BMW.

  • Welche Rolle spielen sie im Unternehmen?

    Die starke Stellung der Familie hatte in den vergangenen Jahren für große Kontinuität bei dem Münchner Konzern gesorgt. Johanna Quandt habe dem Unternehmen „Rückhalt und Sicherheit gegeben“, sagte der Vorstandschef Harald Krüger der „Süddeutschen Zeitung“. Auch ihre Kinder haben gezeigt, dass sie nicht an schnellen Renditen interessiert sind, sondern langfristig denken.
    Nach dem milliardenschweren Desaster durch die Übernahme des britischen Autobauers Rover hätten die Geschwister die Ablösung des damaligen Vorstandschefs Bernd Pischetsrieder forciert, hatte das „Manager Magazin“ berichtet. „Auch den Chefwechsel von Joachim Milberg zu Joachim Panke leiteten die beiden ein.“

  • Wie haben sie ihre Kompetenz erworben?

    Der 50-jährige Stefan Quandt hatte in Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen studiert und danach bei dem seiner Familie gehörenden Unternehmen DataCard in den USA und Hongkong gearbeitet. Dem Vater einer Tochter gehört neben dem BMW-Paket auch der Logistikkonzern Logwin.
    Seine vier Jahre ältere Schwester Susanne hatte in England und in der Schweiz Betriebswirtschaft studiert. Die Mutter dreier Kinder wird von dem US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ als reichste Frau Deutschlands geführt, mit einem geschätzten Vermögen in zweistelliger Milliardenhöhe. Ihr gehören auch der Chemiekonzern Altana, und sie ist Großaktionärin bei dem Auto- und Flugzeugzulieferer SGL Carbon.

Stefan Quandt dürfte künftig mit knapp 26 Prozent an BMW beteiligt sein, seine Schwester mit knapp 21 Prozent. Insgesamt hält die Familie weiterhin fast 47 Prozent an dem Autobauer, bei dem der Vater von Stefan Quandt und Susanne Klatten Ende der 1950er Jahre eingestiegen war.

Formal werden beide durch die Erbschaft zunächst gemeinsam Eigentümer der Holding ihrer Mutter, in der die BMW-Anteile geparkt waren, wie der Sprecher erläuterte. Dadurch müsste Stefan Quandt ein milliardenschweres Übernahmeangebot für den gesamten Konzern abgeben, weil er mit 34,2 Prozent der Stimmrechte über die Schwelle von 30 Prozent kommt. Er habe aber bei der Finanzaufsicht BaFin beantragt, von der Pflicht befreit zu werden, sagte der Familiensprecher. "Wir sind auch zuversichtlich, dass dem stattgegeben wird", fügte er hinzu. Bei Erbfällen sei eine solche Befreiung nach dem Gesetz möglich.

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Quelle: dpa

Johanna Quandt war am 3. August im Alter von 89 Jahren in Bad Homburg bei Frankfurt gestorben. Sie hatte 1960 den Unternehmer Herbert Quandt geheiratet und nach dessen Tod das Erbe weitergeführt. Die Quandts gehören mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 30 Milliarden Euro zu den reichsten Familien Deutschlands. Sie besitzen neben ihren Anteilen an BMW unter anderem den Chemiekonzern Altana, sowie Anteile an SGL Carbon und Nordex.

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