Bombardier: Höherer Nettoverlust als im Vorjahr

Bombardier: Höherer Nettoverlust als im Vorjahr

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Bombardier hat im dritten Quartal 2017 große Verluste gemacht. Die Aktionäre fordern eine Lösung.

Der kanadische Flugzeug- und Zughersteller Bombardier hat im dritten Quartal mit 117 Millionen Dollar einen größeren Verlust eingefahren als im Vorjahr. Großaktionär CDPQ drängt auf Prüfung aller Lösungsmöglichkeiten.

Der kanadische Flugzeug- und Zughersteller Bombardier gerät nach weiteren Verlusten unter Druck. Der Konzern fuhr im dritten Quartal unter dem Strich einen Fehlbetrag von 117 Millionen Dollar (rund 100 Millionen Euro) ein, wie der Siemens- und Airbus-Konkurrent am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war ein Verlust von 94 Millionen Dollar angefallen.

Das Unternehmen räumte zudem ein, dass es wegen Verspätungen bei den Motoren in diesem Jahr wohl nur 20 bis 22 Flugzeuge seiner C-Serie statt der geplanten 30 ausliefern werde. Zwar habe ein nicht genannter europäischer Kunde Interesse am Kauf von bis zu 61 Maschinen des Typs bekundet. Dafür setzt aber ein Großaktionär das Management in der Zugsparte unter Druck.

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Bombardier solle hier alle Möglichkeiten prüfen, darunter eine Partnerschaft mit dem staatlichen chinesischen Hersteller CRRC, forderte der Chef des kanadischen Großaktionärs CDPQ, Michael Sabia. Einen Verkauf des Geschäfts an die Chinesen lehnte er jedoch ab. Die Zugsparte habe langfristige Bedeutung für den Konzern. Eine Partnerschaft mit Siemens und dem französischen Hersteller Alstom könne er sich hingegen nur schwer vorstellen. "Ein Tanz zu Dritt ist eine schwierige Sache. Es ist schwer, niemanden auf die Füße zu treten."

Die Pläne der Kanadier für eine Fusion der Zugsparte mit dem Bahn-Geschäft von Siemens waren kürzlich geplatzt. Der Münchner ICE-Hersteller entschied sich für eine Zusammenlegung der Bereiche mit dem französischen TGV-Bauer Alstom. Damit steht Bombardier alleine da in einem Markt, der vom weltgrößten Zughersteller CRRC und von Siemens/Alstom dominiert wird. 

Siemens ist auch noch im Rennen

Siemens hat im Ringen um einen milliardenschweren Auftrag für Hochgeschwindigkeits-Züge in Großbritannien zwei Eisen im Feuer. Sowohl der Münchner Konzern als auch sein französischer Fusionspartner Alstom gehören zu den fünf Bahntechnik-Konzernen, die sich im Frühjahr um die Produktion der Züge für das "High Speed Rail 2"-Netz (HS2) bewerben dürfen, wie die staatliche HS2-Entwicklungsgesellschaft am Donnerstag mitteilte. Mindestens 54 Züge sollen von 2026 an mit bis zu 360 Kilometern pro Stunde zwischen London und den Großstädten im Norden des Landes verkehren. Das Projekt ist wegen steigender Kosten und der Auswirkungen auf die Landschaft und die Städte entlang der Strecken umstritten.

Neben Siemens und Alstom sind der Rivale Bombardier aus Kanada, die spanische Talgo und die japanische Hitachi Rail im Rennen um den 2,75 Milliarden Pfund schweren Auftrag. Einer von ihnen soll 2019 den Zuschlag erhalten. Teil des Auftrags ist auch die Wartung der Züge. Die Regierung geht davon aus, dass mit dem Projekt rund 25.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden

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