Bombardier: Zughersteller streicht in Deutschland bis zu 2200 Arbeitsplätze

Bombardier: Zughersteller streicht in Deutschland bis zu 2200 Arbeitsplätze

, aktualisiert 29. Juni 2017, 16:17 Uhr
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Bombardier will gut 2000 Stellen streichen.

Der Zugeherstseller Bombardier will in Deutschland bis zu 2200 Stellen streichen. Mehrheitlich betroffen sind die Werke in Görlitz und Hennigsdorf. Die Kanadier wollen jedoch alle deutschen Standorte erhalten.

Beim Zughersteller Bombardier Transportation könnte jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland wegfallen. Der Konzern kündigte am Donnerstag an, in den nächsten drei Jahren bis zu 2200 seiner 8500 Arbeitsplätze hierzulande zu streichen. „Wir müssen uns neu aufstellen“, sagte Deutschlandchef Michael Fohrer nach einer Aufsichtsratssitzung in Henningsdorf. Das Kontrollgremium billigte einvernehmlich Eckpunkte für einen Konzernumbau. Die sieben deutschen Werke sollen erhalten bleiben, sich aber stärker spezialisieren, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Vom Stellenabbau sind 700 Leiharbeiter betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2019 ausgeschlossen. „Mit dieser Aufstellung werden wir Innovationen fördern und uns fit für die Zukunft machen“, sagte Fohrer. Die beteiligten Arbeitnehmervertreter sprachen von schmerzlichen Schritten. Aufsichtsratschef Wolfgang Tölsner betonte, je nach Auftragslage könnten die Zahlen auch kleiner ausfallen.

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Klar ist jedoch, dass der größte Standort Hennigsdorf in Brandenburg sowie Görlitz in Sachsen am stärksten betroffen sein werden. Hennigsdorf verliere 2019 die Großserienproduktion von Zügen und damit auch 400 bis 500 Arbeitsplätze. Görlitz soll sich auf Wagenkästen spezialisieren und könnte bis zu 800 Arbeitsplätze verlieren. Dagegen könnte in Bautzen die Beschäftigtenzahl sogar steigen, sagte Fohrer.

Bombardier Transportation mit seiner weltweiten Zentrale in Berlin ist die Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns, der auch Flugzeuge baut. Wegen Problemen im Flugzeuggeschäft steckt der Konzern in den roten Zahlen. Bombardier Transportation schreibt insgesamt zwar schwarze Zahlen, macht in Deutschland aber Verlust.

„Wir haben eine Milliarde Verlust bei zehn Milliarden Umsatz in den vergangenen fünf Jahren gemacht“, unterstrich Fohrer. „Wir müssen handeln.“ Bombardier hatte erst im vergangenen Jahr 1430 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen, darunter die Stellen Hunderter Leiharbeiter. Fohrer sagte, Bombardier Transportation solle auch international profitabler werden, um im Wettbewerb mit Konkurrenten etwa aus China zu bestehen. Ziel in Deutschland sei zunächst eine schwarze Null.

Auch der IG-Metall-Chef von Berlin, Brandenburg und Sachsen, Olivier Höbel, sprach von Veränderungsdruck. Das Konzept bringe technische Effizienz, ökonomische Kompetenz und soziale Verantwortung in Einklang. Es sprach von einem schwierigen Weg, der nun zu gehen sei. Die beschlossenen Eckpunkte seien ein Kompromiss. Nach Fohrers Angaben sollten ursprünglich sogar 2800 Stellen wegfallen.

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