Industrie überrascht mit Auftragsplus

"Boom geht weiter": Industrie überrascht mit Auftragsplus

Die deutsche Industrie erzielt im Oktober überraschend ein Plus von 0,5 Prozent. Experten rechnen damit, dass sich der Aufschwung der Industrie fortsetzt.

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Die Chemieindustrie rechnet für 2018 mit einem Umsatzplus von drei Prozent.

Die Auftragsbücher der deutschen Industrie haben sich im Oktober überraschend den dritten Monat in Folge gefüllt. Bei den Unternehmen gingen 0,5 Prozent mehr Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Ökonomen hingegen waren von einem leichten Rückgang ausgegangen. Im August und September hatte es jeweils deutliche Zuwächse gegeben. "Die Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dürfte kräftig aufwärtsgerichtet bleiben", erklärte das Ministerium.

Wirtschaftsklima Stimmung in Euro-Zone so gut wie zuletzt 2000

Die Stimmung in der Wirtschaft der Euro-Zone ist so gut wie seit 17 Jahren nicht mehr. Das Barometer stieg im November um 0,5 auf 114,6 Punkte, wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte.

Baustelle Quelle: dpa

Das sehen Ökonomen genauso. "Der Aufschwung in Deutschland geht weiter", sagte Volkswirtin Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. "Die Weltkonjunktur läuft gut, davon profitiert gerade die exportabhängige Industrie." Die Unternehmen lasteten ihre Kapazitäten inzwischen sehr stark aus, sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger: "Das lässt vermuten, dass das Wachstumstempo trotz der vollen Auftragsbücher nicht noch weiter zunehmen wird". Die Chemieindustrie etwa rechnet 2018 mit einem Umsatzplus von drei Prozent, nach 5,5 Prozent für dieses Jahr, erklärte der Branchenverband VCI. Der Verband der Automobilindustrie prognostiziert für das kommende Jahr einen Rückgang der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland von zwei Prozent, während 2017 ein Plus von mindestens drei Prozent herauskommen soll.

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Die Industrieaufträge aus dem Inland legten im Oktober um 0,4 Prozent zu, die aus dem Ausland um 0,5 Prozent. Dabei schrumpfte das Neugeschäft mit den Euro-Ländern um 1,2 Prozent, während das mit dem Rest der Welt um 1,6 Prozent zunahm. Besonders gefragt waren Investitionsgüter wie Maschinen und Fahrzeuge. "Der Anteil an Großaufträgen war für einen Oktober unterdurchschnittlich", so das Ministerium.

Die deutsche Wirtschaft expandierte zwischen Juli und September um 0,8 Prozent. Ökonomen zufolge dürfte das Tempo im Schlussquartal in etwa gehalten werden. Dafür spricht die Rekordlaune in den Chefetagen der deutschen Mittelständler. Das Stimmungsbarometer kletterte im November um 0,7 Zähler auf die Bestmarke von 31,4 Punkten, wie die Förderbank KfW zu der Unternehmensumfrage erklärte. "Die robuste Binnennachfrage und das anziehende Tempo der Weltwirtschaft lassen die Unternehmen mit großer Zuversicht ins neue Jahr blicken", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Er erwartet 2018 ein Wachstum von 2,5 Prozent nach 2,3 Prozent im zu Ende gehenden Jahr.

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