Bosch: Schwächelnde Konjunktur zwingt Autozulieferer zur Kurzarbeit

Bosch: Schwächelnde Konjunktur zwingt Autozulieferer zur Kurzarbeit

1800 Arbeiter arbeiten kürzer: Seit Juni hat der Autozulieferer die Arbeitszeit in seinen Werken reduziert. Betroffen sind Mitarbeiter der Unternehmensbereiche Industrietechnik sowie Energie- und Gebäudetechnik.

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch hat wegen schwächelnder Aufträge die Arbeitszeit von rund 1800 Mitarbeitern in Deutschland verkürzt. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte ein Sprecher, dasss einige Standorte von der Möglichkeit Gebrauch machten, die jüngste Betriebsvereinbarung zur Bewältigung konjunkturbedingter Krisen zu nutzen. Ihm zufolge sind damit etwa 1,5 Prozent aller Mitarbeiter hierzulande betroffen. Die aktuellen Maßnahmen reichen den Angaben zufolge vom Abbau von Arbeitszeitkonten bis hin zu Kurzarbeit.

Betroffen sind Mitarbeiter der Unternehmensbereiche Industrietechnik sowie Energie- und Gebäudetechnik. In der bevorstehenden Urlaubszeit entspanne sich die Situation etwas, stellte er in Aussicht.

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Der Autozulieferer und Industrieausrüster hatte zum Jahresende 2012 für die meisten Standorte in Deutschland Betriebsvereinbarungen abgeschlossen, mit deren Hilfe die Beschäftigung bei Konjunkturschwankungen schnell der Nachfrage angepasst werden soll. Umsatzeinbrüche von bis zu 20 Prozent sollen demnach zunächst durch Arbeitszeitabsenkungen ohne gesetzliche Kurzarbeit wettgemacht werden. Die Mitarbeiter erhalten bei Arbeitszeitverkürzungen eine Beschäftigungsgarantie von mindestens zwölf Monaten, zum Teil zahlt Bosch einen Ausgleichsbetrag für den entgangenen Lohn.

Arbeitsmarkt Die Rückkehr der Kurzarbeit

Das Werkzeug Kurzarbeit ist wieder gefragt, die Gewerkschaften sind für den Einsatz.

Kurzarbeit ist nach der Krise noch in den Köpfen. Mit dem Abflauen der Wirtschaft in diesem Jahr greifen Manager gerne auf das Werkzeug zurück – zum Beispiel in der Automobil-Produktion. Quelle: dpa

Bei gesetzlicher Kurzarbeit, die bei Umsatzeinbußen von mehr als 20 Prozent greifen soll, beteiligen sich die Bosch-Beschäftigten mit einem finanziellen Sonderopfer: Die Beschäftigen zahlen einen Teil ihres Urlaubs- und Weihnachtsgeldes in einen Solidaritätstopf ein, da der Arbeitgeber für jede Ausfallstunde allein die Sozialversicherungsbeiträge schultern muss. Bosch nannte folgendes Beispiel: Wenn zehn Prozent der Belegschaft ein Viertel weniger arbeiten, verzichten die Mitarbeiter auf etwa zwei bis drei Prozent vom Weihnachtsgeld. Gesetzliche Kurzarbeit wird damit aus Sicht von Bosch "ein kosteneffizienteres Instrument zur Beschäftigungssicherung".

Über das Ausmaß der laufenden Arbeitszeitverkürzung sowie die betroffenen Standorte wollte Bosch keine Angaben machen. Im Frühjahr hatte der Konzern im Stiftungsbesitz ein Umsatzwachstum von rund drei Prozent im laufenden Jahr in Aussicht gestellt. Weltweit waren zuletzt rund 306.000 Menschen für das Unternehmen tätig, das 2012 mit 52,5 Milliarden Euro zwei Prozent mehr als im Vorjahr umsetzte. Damit lag Bosch weit hinter seinem langfristigen Wachstumsziel, das im Schnitt jährliche Zuwächse der Erlöse um acht Prozent vorsieht.

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