Bosch: Schweres Erbe für den Neuen

KommentarBosch: Schweres Erbe für den Neuen

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Franz Fehrenbach übergibt seinem Nachfolger ein gesundes Unternehmen - mit einigen Baustellen

von Hans-Jürgen Klesse

Der größte Autozulieferer der Welt  hat ein schwieriges Jahr hinter sich, die Aussichten für 2012 sind ebenfalls nicht rosig. Volkmar Denner, designierter Nachfolger von Franz Fehrenbach an der Spitze des Unternehmens, übernimmt ein schweres Erbe.

Der Neue glänzte durch Abwesenheit: "Ein wichtiger Termin", entschuldigte Bosch-Chef Franz Fehrenbach seinen designierten Nachfolger Volkmar Denner. Zum traditionellen Abendessen der Bosch-Geschäftsführung mit internationalen Journalisten vor der am heutigen Donnerstag stattfindenden Jahrespressekonferenz war der vor kurzem überraschend zum neuen Vormann des größten Autozulieferers der Welt gekürte bisherige Forschungs- und Entwicklungschef nicht erschienen.

Wie in einem Traditionsunternehmen wie Bosch nicht anders zu erwarten, wird der bevorstehende Machtwechsel überaus zurückhaltend vorbereitet: Auf der Rednerliste der Jahrespressekonferenz stand Denner erst an vierter Stelle - nach Fehrenbach, Finanzvorstand Stefan Asenkerschbaumer und Autospartenchef Bernd Bohr, der lange als haushoher Favorit für den Bosch-Chefposten gehandelt worden war. Anderswo hätte man dem neuen Mann vermutlich einen spektakuläreren Auftritt arrangiert - ungeschickt war die Regie aber nicht.

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Fehrenbachs und Asenkerschbaumers Job war es, die Ergebnisse des nicht ganz einfachen Jahres 2011 und die Perspektiven für 2012 zu referieren, Bohr durfte (als kleinen Ausgleich für die enttäuschten Hoffnungen auf die Beförderung an die Bosch-Spitze) die glänzenden Ergebnisse seines eigenen Bereichs vortragen. Denner durfte referieren, was seine Kernkompetenz ausmacht und was seine strategische Hauptaufgabe in der Zukunft sein wird: die Vernetzung bisheriger und künftiger Bosch-Technik zum Internet der Dinge und die Bedeutung von Forschung und Entwicklung für dieses zukünftige Wachstumsfeld.

Fehrenbach übergibt seinem Nachfolger ein gesundes Unternehmen mit einigen Baustellen. Der scheidende Unternehmenschef hat Bosch zum größten Autozulieferer der Welt gemacht - die immer wieder angestrebte Verringerung der Abhängigkeit vom Autogeschäft steckt aber noch in den Anfängen. Die Entwicklung der Elektromobilität als zukünftiges Wachstumsfeld im Kraftfahrzeuggeschäft verläuft allerdings wesentlich langsamer als von vielen vermutet, bevor die dort getätigten Millioneninvestitionen sich bezahlt machen, werden noch einige Jahre ins Land gehen.

Samsung-Kooperation in der Krise

Auch eines der ungelösten Probleme des Unternehmens hat seinen Ursprung im Bereich Elektromobilität: das Batterie-Joint-Venture mit dem koreanischen Elektrokonzern Samsung. Li-Motive, das Gemeinschaftsunternehmens zur Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien für künftige Elektroautos, steckt in einer schweren Krise, weil die Partner sich nicht einig sind, wie es weitergehen soll. Während Samsung sich am liebsten auf die Fertigung von Batteriezellen beschränken möchte, versteht Bosch sich als Systemlieferant, der die Autohersteller mit kompletten Batteriemodulen inklusive Kühlung und Steuerung beliefern will.

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