Bosch Solar: Die Ursachen für das Solardesaster

Bosch Solar: Die Ursachen für das Solardesaster

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Der Stuttgarter Technologiekonzern beerdigt alle Solaraktivitäten. Der Ausstieg könnte für Bosch teuer werden.

von Mario Brück

So gut wie neu, nie installiert - die Ursache des Solardesasters bei Bosch sind schwere Managementfehler.

Der Ausstieg aus allen Solaraktivitäten könnte Bosch zusätzliche rund 400 Millionen Euro zu den bisherigen Abschreibungen und Verlusten in Höhe von 2,4 Milliarden Euro kosten. Das schätzt Wolfgang Hummel, Direktor am Zentrum für Solarmarktforschung in Berlin. Der Experte verweist dabei auf die Kosten vergleichbarer Stilllegungen bei Siemens und Schott Solar.

Darüber hinaus sei zu erwarten, dass die IG Metall die Kosten weiter in die Höhe treiben könnte, weil sie im Frühjahr 2011 für die Beschäftigten von Bosch Solar im thüringischen Arnstadt einen Haustarifvertrag mit Bindung an den Metall-Flächentarifvertrag durchsetzte. Die Gewerkschaft fordert bereits einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und den Erhalt des Standortes Arnstadt. Bosch kündigte bisher nur an, die Mitarbeiter bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen im Konzern zu unterstützen.

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Schwaches Kerngeschäft Continental rückt Bosch gefährlich auf die Pelle

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Continental-Chef Elmar Degenhart hat wahrlich Grund zur Freude. Der Autozulieferer hat 2012 trotz der Absatzkrise in Europa einen Rekordgewinn eingefahren und einen großen Teil seines milliardenschweren Schuldenbergs abgetragen. Bei Bosch sorgt das für Ungemach. Quelle: dpa

Das Ende des Solartraums verdankt Bosch dem Missmanagement seines heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Franz Fehrenbach. In einer Art Torschlusspanik hatte er 2008, seinerzeit Chef der Bosch-Geschäftsführung, für den Einstieg in die Solarbranche tief in die Konzernkasse gegriffen - zu tief, wie sich bereits damals zeigte. 550 Millionen Euro machte er für gut 50 Prozent des im TecDax gelisteten Solarzellen- und -modulherstellers Ersol Solar Energy in Erfurt locker, der bis dahin dem damaligen Düsseldorfer Finanzinvestor Ventizz (heute Vorndran Mannheims) gehörte. Börsianer sahen in diesem Preis eine bemerkenswerte Prämie für den rheinischen Firmenhändler.

Um die verbliebenen Aktionäre loszuwerden, war Fehrenbach richtig spendabel und bot pro Aktie fast 70 Prozent mehr als den Durchschnittskurs der drei Monate zuvor. Der Betrag lag sogar deutlich über dem höchsten Kurs, zu dem die Ersol-Aktie jemals notierte.

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