Brasilien: VW-Konzern soll Militärdiktatur unterstützt haben

Brasilien: VW-Konzern soll Militärdiktatur unterstützt haben

, aktualisiert 24. Juli 2017, 14:39 Uhr
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Bereits im Herbst 2015 war in Brasilien gegen den Autobauer Anzeige erstattet worden.

Quelle:Handelsblatt Online

Volkswagen soll sich laut Medienberichten während der Militärdiktatur in Brasilien an Verfolgung und Unterdrückung beteiligt haben. Der Konzern will sich bis zum Abschluss der Untersuchungen nicht detailliert äußern.

Wolfsburg/São PauloDeutsche Medien haben nach eigenen Angaben Belege dafür gefunden, dass Volkswagen sich in der Zeit der brasilianischen Militärdiktatur aktiv an politischer Verfolgung und Unterdrückung beteiligt hat. Die brasilianische VW-Tochter Volkswagen do Brasil habe eigene Mitarbeiter und deren politische Gesinnung ausgespäht, ergaben Recherchen von NDR, SWR und „Süddeutscher Zeitung“, wie der NDR am Montag mitteilte. Die Informationen seien an die Machthaber weitergegeben und mindestens sechs VW-Mitarbeiter allein im Sommer 1972 verhaftet worden, ermöglicht vom VW-Werkschutz.

Bereits im Herbst 2015 war in Brasilien wegen möglicher Kollaboration mit der Militärdiktatur gegen VW Anzeige erstattet worden. Der Konzern hatte daraufhin angekündigt, die Vorwürfe umfassend aufklären zu wollen. Zu den jüngsten Recherchen teilte Volkswagen mit, die Aufarbeitung werde mit Konsequenz und Sorgfalt vorangetrieben.

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Volkswagen sieht sich seit Jahren dem Vorwurf ausgesetzt, das Regime zwischen 1964 bis 1985 unterstützt und etwa schwarze Listen über Mitarbeiter erstellt zu haben. Der Konzern beauftragte daher im vergangenen Jahr den unabhängigen Historiker Christopher Kopper von der Uni Bielefeld. Die Untersuchungen sollen noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden. „Wir bitten deshalb um Verständnis, dass wir zuerst den Abschlussbericht und die Ergebnisse darin abwarten möchten, bevor wir diese im Detail kommentieren und uns über adäquate Maßnahmen verständigen“, hieß es in einem Volkswagen-Statement.

NDR, SWR und „Süddeutsche Zeitung“ gaben an, sie hätten Akten des brasilianischen Ermittlungsverfahrens, interne Volkswagen-Dokumente, Berichte des Auswärtigen Amtes und als geheim eingestufte Papiere der Politischen Polizei aus der Zeit der Diktatur auswerten können. VW gab an, dem NDR Zugang zum Unternehmensarchiv gewährt zu haben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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