Büchele und Denoke gehen: Reitzle räumt im Linde-Vorstand auf

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Büchele und Denoke gehen: Reitzle räumt im Linde-Vorstand auf

, aktualisiert 13. September 2016, 17:22 Uhr
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Der Aufsichtsratschef von Linde baut den Vorstand um.

Quelle:Handelsblatt Online

Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle baut den Vorstand um: Der umstrittene Finanzvorstand Georg Denoke muss gehen. Er galt als Gegner der Fusion mit Praxair. Und der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Büchele wird seinen bis April 2017 laufenden Vertrag nicht verlängern.

Paukenschlag bei Linde nach dem geplatzten Fusion mit Praxair: Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle baut den Vorstand um. Der umstrittene Finanzvorstand Georg Denoke, der als Gegner der Fusion galt, geht mit sofortiger Wirkung. Dessen Aufgaben übernimmt Linde zufolge kommissarisch Sven Schneider, der bisherige Abteilungsleiter Konzernfinanzen.

Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Büchele werde seinen bis April 2017 laufenden Vertrag nicht verlängern, teilte der Industriegase-Hersteller am Dienstag mit.

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Das Scheitern der Verhandlungen mit Praxair wird intern auch auf den Führungsstreit zwischen Büchele und Denoke zurückgeführt, der den Konzern seit Monaten lähmte. Die Aktien des Unternehmens bauten ihre Kursgewinne nach Bekanntgabe der Personalien aus und notierten 5,2 Prozent im Plus.

Es sei ein „Webfehler“ gewesen, die Führungskrise nicht vor den Verhandlungen mit Praxair zu lösen. Nach Informationen des "Handelsblatts" hatten sich Büchele und Denoke wegen der Gewinnwarnung Ende 2015 auf den Gängen angeschrien. Viele im Unternehmen werfen Denoke Illoyalität vor.

Der Linde-Aufsichtsrat kam am Dienstag in der Zentrale in der Münchener Innenstadt zu einer Krisensitzung zusammen. Die Rolle von Denoke sahen viele Kontrolleure nach Informationen des "Handelsblatts" skeptisch. Daher galt sein Abgang als unumgänglich.

Linde AG Ein Zusammenschluss wäre extrem schwierig gewesen

Der Münchner Gasekonzern und der US-Konkurrent Praxair brechen ihre Fusionsgespräche ab. Schlimm ist das nicht.

Linde Quelle: REUTERS

Am Montag war die angebahnte Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair geplatzt. Der Vorstand hatte die Verhandlung auf Drängen von Linde-Chef Büchele und den Kapitalvertretern im Aufsichtsrat beendet. Die Linde-Aktie war daraufhin im Dax um gut acht Prozent abgerutscht.

Insidern zufolge konnten sich beide Seiten nicht über zentrale Fragen wie den Unternehmenssitz, die Standorte von Entwicklungsabteilungen und die Managementbesetzung einigen. „Der Linde-Standort München hätte nur noch eine marginale Rolle gespielt“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. „Das konnte Büchele nicht vertreten.“ Auch die bayerische Staatsregierung hatte darauf gedrängt, dass der Standort mit starker Stellung erhalten bleibt.

Linde Aufsichtsräte stellen sich gegen Fusion mit Praxair

Der Gasehersteller Linde und der US-Konzern Praxair haben ihre Fusionsgespräche beendet. Der Grund sollen Differenzen bei Detailfragen gewesen sein. Laut einem Bericht soll es dabei auch um den Hauptsitz gegangen sein.

Linde: Aufsichtsräte stellen sich gegen Fusion mit Praxair Quelle: REUTERS

Die beiden Konzerne hatten über mehrere Wochen hinter den Kulissen über eine Mega-Fusion verhandelt. Mitte August wurden die Verhandlungen öffentlich. Linde wollte durch den Zusammenschluss wieder zurück an die Weltspitze im Markt für Industriegase. Die Bayern rutschten kürzlich auf Platz zwei ab, nachdem die französische Air Liquide den US-Konkurrenten Airgas gekauft hatte. Praxair macht nur etwa halb so viel Umsatz wie Linde, ist aber wesentlich profitabler. Zudem ist der Konzern aus Connecticut an der Börse höher bewertet als der deutsche Rivale.

Praxair ist mit einem Umsatz von umgerechnet 9,6 Milliarden Euro nur etwa halb so groß wie Linde, mit einem Gewinn von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro aber wesentlich profitabler. Die Deutschen erwirtschaften bei einem Umsatz von 18 Milliarden Euro nur 1,15 Milliarden Euro.

Die Gasebranche ist weltweit stark konsolidiert. Wäre die Fusion gelungen, wären nur noch drei große Industriegase-Anbieter übrig geblieben. Ein Knackpunkt wäre bei einer Fusion deshalb die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden gewesen. Schon beim Kauf des britischen Rivalen BOC 2006 erhielt Linde strenge Auflagen und musste in mehreren Ländern Geschäft an die Konkurrenz abgeben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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