Bundeswirtschaftsministerium: Industrie zieht weniger Aufträge an Land

Bundeswirtschaftsministerium: Industrie zieht weniger Aufträge an Land

, aktualisiert 05. Februar 2016, 18:31 Uhr
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Die Silhouette eines Stahlarbeiters im Werk der Salzgitter AG.

Die deutsche Industrie muss einen Auftragsrückgang verkraften. Die Bestellungen schrumpften im Dezember um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Nach zwei Monaten mit kräftigem Rückenwind ist die deutsche Industrie im Dezember in eine Auftragsflaute geraten. Es gingen 0,7 Prozent weniger Bestellungen ein als im November, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag erklärte. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang von 0,5 Prozent auf dem Zettel. Die Aufträge aus dem Inland brachen um 2,5 Prozent ein.

Das leicht anziehende Auslandsgeschäft konnte dies nicht wettmachen. Dennoch können die Firmen mit dem letzten Quartal 2015 zufrieden sein: Insgesamt hatten sie 1,0 Prozent mehr Bestellungen in den Büchern. Das Ministerium von Ressortchef Sigmar Gabriel verweist speziell auf die anziehende Nachfrage aus den Ländern außerhalb des Euro-Zone: "Dies spricht für eine allmähliche Belebung der Weltwirtschaft."

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Die Aufträge aus dem Ausland zogen im Dezember um 0,6 Prozent an. Während Kunden innerhalb des Währungsraums 6,9 Prozent weniger bestellten, zog die Nachfrage aus Drittstaaten wie etwa USA und China um satte 5,5 Prozent an. "Die Bestellungen aus Übersee sind eine positive Überraschung", konstatierte Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. Doch beim Blick auf die Weltmärkte werde deutlich, dass das Verarbeitende Gewerbe vielerorts in einer ernsthaften Krise stecke: "In den USA schrumpft die Industrieproduktion, und auch in China läuft es schlecht."

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In der US-Industrie herrschte jüngst zwei Monate in Folge Auftragsflaute, was die Furcht vor einem Schwächeanfall der ohnehin lahmenden amerikanischen Konjunktur nährte. Den US-Firmen macht auf den Auslandsmärkten der starke Dollar zu schaffen, der ihre Produkte verteuert. Die Firmen im Euro-Raum profitieren im Geschäft mit den USA hingegen vom Wechselkurs: "Der günstige Euro macht deutsche Industriegüter zu einem Schnäppchen", erläuterte Gitzel.

Im Oktober hatten die Bestellungen um 1,7 und im November um 1,5 Prozent angezogen. Mit dem klaren Auftragsplus im vierten Quartal gibt es nach Ansicht von Volkswirt Johannes Mayr von der BayernLB gute Aussichten auf eine anziehende Industrieproduktion zu Jahresbeginn. "Dies spricht gegen eine deutliche Verlangsamung der Konjunktur im ersten Quartal 2016." Für die am kommenden Freitag anstehenden Daten zum Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2015 erwarten Fachleute ein Plus von 0,3 Prozent. Damit würde die Wirtschaft exakt das Wachstumstempo vom Sommer halten.

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