Celesio-Chef Pinger: "Zu viel zu schnell gekauft"

Celesio-Chef Pinger: "Zu viel zu schnell gekauft"

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Celesio-Chef Markus Pinger

von Jürgen Salz und Henryk Hielscher

Der neue Celesio-Chef Markus Pinger rechnet in seinem ersten Interview mit dem Kurs des bisherigen Managements ab – und erklärt, wie er den Pharmagroßhändler neu ausrichten will.

WirtschaftsWoche: Herr Pinger, Sie hatten doch einen schönen Job im Vorstand des Dax-Konzerns Beiersdorf. Warum sind Sie ausgerechnet an die Spitze des Stuttgarter Pharmagroßhändlers Celesio gewechselt, bei dem es drunter und drüber geht?

Pinger: Celesio ist für mich ein gutes Schiff, das aber derzeit ein Leck hat. Ein solches Schiff wieder flottkriegen ist eine sehr spannende Aufgabe. Ich bin jetzt seit mehr als zwei Monaten bei Celesio und sehr freundlich und offen empfangen worden. Mir war bei meinen Wechsel klar, dass es einiges zu tun gibt.

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Die Gewinne schwächeln seit Jahren, der Aktienkurs ist im Keller, Mitte des Jahres wurde Ihr Vorgänger geschasst, zwei weitere Vorstände gehen gerade...

Die Entwicklung in den vergangenen vier Jahren war unbefriedigend. Zwischen 1987 und 2007 hat Celesio zwar beim Gewinn jedes Jahr zugelegt, danach ging die Kurve aber deutlich nach unten. Es wurde viel in neue Geschäftsbereiche investiert. Die Investitionen waren hoch, die Gewinne nicht. In Zukunft wird sich Celesio wieder auf das Kerngeschäft und seine Weiterentwicklung konzentrieren.

Celesio beliefert weltweit etwa 65.000 Apotheken mit Arzneien. Das Unternehmen gehört mehrheitlich zum Haniel-Konzern, der schon anderweitig – mit den Querelen um Metro-Vorstandschef Eckhard Cordes – in Turbulenzen geraten ist. Wie ist Ihr Verhältnis zum Großaktionär?

Ich arbeite mit unserem Aufsichtsratsvorsitzenden, Haniel-Chef Jürgen Kluge, dem gesamten Aufsichtsrat und der Familie Haniel gut und partnerschaftlich zusammen. Es gab in der Vergangenheit unschöne Gerüchte über das Verhältnis zwischen Celesio und seinem Mehrheitsaktionär, die ich nicht kommentieren will. Ich merke jedenfalls nichts davon, dass Haniel angeblich operativ durchgreift oder Celesio kurzfristig verkaufen will. Im Gegenteil: Haniel hat Celesio in den wirtschaftlich schwierigen Jahren die Treue gehalten und unterstützt nun die Neuausrichtung.

Aber Sie werden die Haniels wohl enttäuschen müssen: Celesio hat dieses Jahr drei Gewinnwarnungen herausgegeben. Da dürfte die Dividende gering ausfallen.

Über die Gewinnwarnungen bin ich natürlich nicht glücklich. Die aktuelle Prognose für den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Einmalaufwendungen liegt jetzt bei 575 Millionen Euro...

...im Vorjahr waren es noch fast 700 Millionen Euro.

...und genau das ist das Problem, das wir lösen müssen. Von 2012 an sollen die Gewinne wieder steigen. Zur Dividende für 2011 gibt es noch keinen Beschluss. Mittel- und langfristig wollen wir unseren Aktionären aber nicht nur eine stabile, sondern möglichst auch eine steigende Dividende bieten.

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