Celesio: DocMorris wird billiger

Celesio: DocMorris wird billiger

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Celesio bringt seine Internet-Versandapotheke DocMorris nicht los.

von Jürgen Salz

Für 220 Millionen Euro hat der Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio 2007 die Versandapotheke DocMorris gekauft. Beim geplanten Verkauf wird Celesio allerdings nur noch einen zweistelligen Millionenbetrag einstreichen.

Voraussichtlich bis Ende des Jahres soll ein Käufer für  DocMorris gefunden sein, kündigte Celesio-Finanzvorstand Marion Helmes bei der Vorlage der Halbjahreszahlen an. Anfang Juli hatte die Deutsche Bank  vertrauliche Informationen zu DocMorris („Teaser“) an potenzielle Käufer verschickt. Inzwischen ist eine „Vielzahl“ (Helmes) von Angeboten eingegangen. Namen nannte sie nicht.

Nach früheren Informationen aus  Branchenkreisen wird unter anderem dem Finanzinvestor HgCapital  Interesse nachgesagt. Bei der Vorlage der ersten Angebote bekundeten die potenziellen Käufer dann auch ihre Preisvorstellungen. Danach ist klar: Am Ende wird DocMorris für einen zweistelligen Millionenbetrag über den Tisch gehen.

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Celesio DocMorris wird zum Ladenhüter

Der Verkauf der Versandapotheke DocMorris wird für den Pharmagroßhändler Celesio zum Verlustgeschäft. Mit gewagten Versprechen bezirzt Celesio-Chef Markus Pinger potenzielle Käufer.

DocMorris-Firmenschild Quelle: dpa

Den Preis von 220 Millionen Euro, den Celesio 2007 für die holländische Versandapotheke entrichtet hatte, will erwartungsgemäß keiner zahlen. Der damalige Celesio-Chef Fritz Oesterle hatte damals gehofft, aus DocMorris eine schlagkräftige Apothekenkette unter Celesio-Regie schmieden zu können. Der Europäische Gerichtshof schob jedoch 2009 solchen Bestrebungen einen Riegel vor. Dafür rebellierten die Apotheker, die Celesio mit Medikamenten beliefert, gegen den Kauf des Erzfeindes DocMorris – und kündigten scharenweise ihre Verträge.

Der neue Celesio-Chef Markus Pinger, der im vergangenen Jahr auf Betreiben von Großaktionär Haniel den glücklosen Oesterle ablöste, entschied sich vor allem wegen des anhaltenden Widerstands seiner Apotheker-Kunden für den Verkauf von DocMorris. 

Doch die Phantasie ist längst raus bei DocMorris, das drückt auf den Preis.  Schon vor Jahren hatte Celesio etwa 70 Millionen Euro auf den Kaufpreis abgeschrieben; jetzt erfolgte eine weitere Wertberichtigung um mehr als 100 Millionen Euro. Aktuell steht DocMorris noch mit etwa 40 Millionen Euro in den Büchern, so Helmes. In dieser Größenordnung dürfte Celesio den Kaufpreis erwarten. 

Und DocMorris  ist nicht die einzige Wertberichtigung, die Celesio im ersten Halbjahr vorgenommen hat: Auch  die bereits verkauften Geschäfte Pharmexx (Leih-Außendienst) und Movianto mussten Federn lassen. Insgesamt summierten sich die Wertberichtigungen auf 228 Millionen Euro. Celesio-Chef Markus Pinger macht klar Schiff. Aufgrund der nach unten korrigierten Zahlen rutscht Celesio in die roten Zahlen. Im ersten Halbjahr fiel unter dem Strich ein  Verlust von 184 Millionen Euro an.

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Im operativen Geschäft lief es besser.  Im ersten Halbjahr stieg – bei einem Umsatz von 11,2 Milliarden Euro – der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um zehn Prozent  auf 283,5 Millionen Euro. Die Restrukturierungsprogramme greifen.  Über weitere Details zur Strategie – Pinger will Celesio wieder auf das Kerngeschäft, den Großhandel mit Apotheken ausrichten – gab es bei der Vorlage der Halbjahreszahlen keine zusätzlichen Erkenntnisse.                

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