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Chemie: BASF stampft Genkartoffel Amflora ein

von Jürgen Salz

Der Chemiekonzern BASF verlegt – wie die WirtschaftsWoche bereits am Wochenende meldete – seine Unternehmenszentrale für grüne Gentechnik von Deutschland in die USA. Dies gab das Unternehmen nun auch offiziell bekannt. Die umstrittene Genkartoffel Amflora wird eingestampft.

BASF Quelle: dpa
Die BASF-Unternehmenszentrale für grüne Gentechnik zieht demnächst von Deutschland in die USA. Quelle: dpa

Die Geschäfte mit der grünen Gentechnik wird die BASF künftig, wie berichtet, vom Forschungszentrum Research Triangle Park im US-Bundesstaat North Carolina aus führen.

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Fortan wird sich das Unternehmen in der Pflanzenbiotechnologie auf die Hauptmärkte in Nord- und Südamerika und in Asien konzentrieren, sagte BASF-Vorstand Stefan Marcinowski. Europa bleibt nun weitgehend außen vor.

In Limburgerhof bei Ludwigshafen, der bisherigen Pflanzenbiotech-Zentrale der BASF, fallen im Zuge der Umstrukturierung etwa 150 Arbeitsplätze weg. Die Standorte im ostdeutschen Gatersleben (57 Arbeitsplätze) und in Svalöv/Schweden (6 Arbeitsplätze) werden geschlossen. Dagegen sollen die Standorte North Carolina, im belgischen Gent sowie in Berlin ausgebaut werden. Summa summarum will der Ludwigshafener Konzern in Europa 140 Arbeitsplätze streichen.

Volkswagen: Neuer Vorstoß nach Nordamerika

Es gibt einiges aufzuarbeiten: Vor 23 Jahren zog sich Volkswagen nach Jahren horrender Verluste aus der Fertigung in den USA zurück. Nun soll die noch offene Rechnung beglichen werden.

Umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro, investierten die Wolfsburger in den letzten Jahren, um in Nordamerika künftig wettbewerbsfähige Autos zu produzieren. Gestern gab Winterkorn, hier mit Frank Fischer, CEO und Chairman von Volkswagen USA, den Startschuss für das Kernprojekt: ein eine Milliarde Dollar teures neues Autowerk in Chattanooga (Tennessee). Dazu kommt unter anderem die Entwicklung einer eigens für die USA kreierten Limousinenversion des Passats. Dagegen stehen staatliche Subventionen, die über die nächsten Jahre gut eine halbe Milliarde Dollar betragen dürften.

Bild: dapd

Gegenwind aus der Europäischen Union

Schon seit Jahren hatten sich BASF-Chef Kurt Bock und seine Vorstandskollegen über die mangelnde Akzeptanz der grünen Gentechnik in Europa und in Deutschland geärgert. Die Chemie-Manager hatten in der Vergangenheit schon häufiger mit dem Gedanken gespielt, die grüne Gentechnik aus Deutschland weg zu verlagern.

In jüngster Zeit hatten sie sich zunehmend Gegenwind von der Europäischen Union aus Brüssel verspürt. Im Bundesland Rheinland-Pfalz, wo die BASF ihren Firmensitz hat, darf es auch in keinen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen geben – so steht es im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung.

Laut einer Umfrage („Eurobaromter Biotechnologie“) unter Verbrauchern lehnen 61 Prozent der Europäer gentechnisch veränderte Lebensmittel ab, in Deutschland sind es sogar 72 Prozent. Die genveränderten Produkte seien „nicht sicher“ und „unnatürlich“, lauten die gängigen Argumente.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.01.2012, 10:17 UhrMadison

    Es ist unglaublich, wie egal dieser Umzug nach Amerika den grünen Politikern der Landesregierung Rheinland-Pfalz ist. Von Kurt Beck hört man gar nichts. Erschütternd wie gestern im Fernsehen die Wirtschaftsministerin Frau Lemke grinsend diese Umsiedlung kommentierte.

  • 16.01.2012, 19:16 Uhrskeptiker33

    Bravo! Warum soll sich auch ein global aufgestellter Konzern mit den Öko-Affen in Deutschland/Europa herumärgern.

    Erst wenn das letzte produzierende Gewerbe Deutschland verlassen hat, werden die Öko-Sozialisten erkennen, dass nicht alle ihre Kinder im Öffentlichen Dienst arbeiten können. (altes indianisches Sprichwort)

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