Chemiebranche: Schweizer Konzern Lonza vor Rekordzukauf

Chemiebranche: Schweizer Konzern Lonza vor Rekordzukauf

, aktualisiert 12. Dezember 2016, 12:37 Uhr
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Der Schweizer Spezialchemiekonzern Lonza bereitet mit der Übernahme des US-Konzerns Capsugel den größten Zukauf seiner Unternehmensgeschichte vor. Noch befinden sich die Unternehmen aber in Verhandlungen. Lonza versucht schon seit längerem, das Geschäft mit Kunden aus der Pharma- und Biotech-Branche durch Zukäufe auszubauen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Chemiekonzern Lonza plant den größten Zukauf der Unternehmensgeschichte. Für fünf Milliarden Dollar wollen die Schweizer den US-Konzern Capsugel übernehmen. Die Übernahme wäre nur durch eine Kapitalerhöhung möglich.

New York/ZürichDer Schweizer Spezialchemiekonzern Lonza unternimmt einen weiteren Anlauf für eine Milliarden-Übernahme in den USA. Das Basler Unternehmen befinde sich in Schlussverhandlungen zur Übernahme von Capsugel, teilte Lonza am Montag mit und bestätigte damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.

Als Kaufpreis seien mehr als fünf Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) im Gespräch, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen zu Reuters. Damit wäre Capsugel, die Kapseln und andere Produkte zur Verabreichung von Medikamenten herstellt, der größte Zukauf in der Unternehmensgeschichte.

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Die Firma aus dem US-Bundesstaat New Jersey würde perfekt zu Lonza passen und die Position als Pharmazulieferer stärken, erklärte das Schweizer Unternehmen. Es bestehe allerdings keine Gewissheit, dass die Gespräche mit dem gegenwärtigen Eigner KKR zu einer Einigung führten und die Transaktion auch vollzogen werde.

Der Finanzinvestor hatte Capsugel 2011 für 2,4 Milliarden Dollar von Pfizer erworben. KKR erwog Reuters vorliegenden Informationen zufolge neben einem Verkauf auch einen Börsengang für Capsugel. Die Firma beliefert über 4000 Firmenkunden in gut 100 Ländern unter anderem mit kleinen Kapseln, in die medizinische Wirkstoffe eingefüllt werden können, die Patienten dann schlucken.

Lonza versucht seit längerem, das Geschäft mit Kunden aus der Pharma- und Biotech-Branche durch Zukäufe auszubauen. Nach mehreren kleineren Übernahmen trat der Konzern im April mit einer milliardenschweren Kaufofferte an den US-Pharmazulieferer Catalent heran, zu einer Transaktion kam es aber nicht. Das zweite Standbein der Basler sind industrielle Chemieprodukte wie Desinfektions- und Konservierungsmittel oder Holzschutzprodukte.

Auf die Verhandlungen zur Übernahme von Capsugel reagierten die Anleger kühl. An der Börse sackten die Lonza-Aktien um 2,7 Prozent ab. Die Akquisition wäre zwar sinnvoll, erklärte Vontobel-Analystin Carla Bänziger. Doch bei einem Kaufpreis von fünf Milliarden Dollar wäre Lonza zu einer Kapitalerhöhung von 2,3 Milliarden Franken gezwungen, warnte die Expertin. Lonza ist an der Börse derzeit gut neun Milliarden Franken wert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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