Chemiefirma: Kemira stößt Beteiligung an Sachtleben ab

14. Februar 2013, aktualisiert 14. Februar 2013, 19:09 Uhr
Mit der Übernahme des Joint-Venture-Anteils von Kemira ist die Suche nach einem Käufer für Sachtleben nicht vom Tisch. Quelle: dpaBild vergrößern
Mit der Übernahme des Joint-Venture-Anteils von Kemira ist die Suche nach einem Käufer für Sachtleben nicht vom Tisch. Quelle: dpa
Quelle: Handelsblatt Online

Der Chemiekonzern Kemira hat seine Beteiligung an der Gemeinschaftsfirma Sachtleben abgestoßen. Kemira will sich stärker auf seine Geschäfte in der Wasserchemie konzentrieren.

HelsinkiDer finnische Chemiekonzern Kemira zieht sich aus der Gemeinschaftsfirma Sachtleben zurück. Für 97,5 Millionen Euro verkaufe Kemira seine 39-prozentige Beteiligung an dem Duisburger Unternehmen an den bisherigen Joint-Venture-Partner Rockwood aus den USA, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten.

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Kemira wolle sich stärker auf seine Geschäfte in der Wasserchemie und mit Chemikalien für die Öl- und Bergbauindustrie konzentrieren. Sachtleben stellt das Weißpigment Titandioxid her, das in Farben, Kunststoffen und in Kosmetikprodukten wie Zahnpasta und Sonnencreme zum Einsatz kommt. Kemira und Rockwood prüften Insidern zufolge zuletzt eine Trennung von dem Geschäft, das unter den stark gesunkenen Preisen für das Pigment gelitten hat.

Mit der Übernahme des Joint-Venture-Anteils von Kemira ist die Suche nach einem Käufer für Sachtleben aber nicht vom Tisch. Rockwood prüfe die strategischen Optionen, erklärte Rockwood-Chef Seifi Ghasemi. Mit dem vollständigen Besitz von Sachtleben habe der US-Chemiekonzern nun mehr Flexibilität. Früheren Angaben aus Finanzkreisen zufolge bereitet die Investmentbank Lazard einen Verkauf vor und lotet im Markt mögliches Interesse aus.

Sachtleben kam 2011 mit rund 2300 Beschäftigten auf einen Umsatz von 835 Millionen Euro. Zu den wichtigsten Rivalen im Titandioxid-Geschäft zählen die saudiarabische Cristal Global sowie die US-Chemiekonzerne Dupont, Huntsman und Tronox. Die Wurzeln von Sachtleben reichen bis ins Jahr 1878 zurück. Einst gehörte die Firma zur Frankfurter Metallgesellschaft. Im Jahr 2004 hatte die damalige mg technologies ihre Chemietochter Dynamit Nobel und damit auch Sachtleben an den US-Chemiekonzern Rockwood verkauft. 2008 brachte Rockwood Sachtleben schließlich in das Joint Venture mit Kemira ein.

Im Zuge des Verkaufs der Beteiligung wird Kemira im ersten Quartal rund 25 Millionen Euro abschreiben. Den Verkaufspreis bezeichneten Analysten als überraschend niedrig. „Der Preis hätte bei mindestens 150 Millionen Euro liegen sollen", sagte Antti Saari von Pohjola Markets. Vielleicht bereite Kemira eine größere Transaktion vor, etwa einen Zukauf in der Öl- und Bergbau-Sparte, und benötige die Finanzmittel. Kemira-Aktien büßten am Donnerstag zeitweise 2,1 Prozent ein, Rockwood-Aktien gewannen dagegen 1,3 Prozent.

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