Chemieindustrie: Arbeitgeberpräsidentin kritisiert Mindestlohn-Bürokratie

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Laut Margret Suckale, Präsidentin des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie, können viele Sachverhalte besser über Tarifverträge geregelt werden.

von Hermann J. Olbermann

Die Arbeitgeber der Chemieindustrie halten es für sinnvoll, dass insbesondere beim Thema Mindestlohn der Staat weniger Vorgaben macht.

Die Bürokratie rund um den Mindestlohn kritisiert Margret Suckale, Präsidentin des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie, als zu groß und hält deshalb Vereinbarungen mit den Gewerkschaften für sinnvoller. „Betriebliche Sachverhalte könnten häufig besser über Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen geregelt werden, weil die Beteiligten die Bedürfnisse in den Unternehmen besser kennen“, sagte Suckale im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

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Hans-Carsten Hansen Quelle: Angelika Zinzow für WirtschaftsWoche

„So wurden zum Beispiel mit dem Mindestlohngesetz komplizierte Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten geschaffen – sogar für Betriebe, die Tariflöhne weit oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns zahlen“, bemängelt Suckale.

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Auch das geplante Entgelttransparenzgesetz hält Suckale nicht für sinnvoll. „Danach hätte jeder Mitarbeiter Anspruch darauf, das Gehalt seiner Kollegen zu erfahren. Die Betriebsräte haben ja in vielen Unternehmen diese Informationen und sind durch Wahlen legitimiert. Alles andere würde den Betriebsfrieden stören“, fürchtet Suckale, die zugleich Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin bei BASF ist.

Beim Thema Rente mit 63 hält Suckale Anreize für dringend geboten, um die erfahrenen Mitarbeiter im Beruf zu halten. „Wir wünschen uns, dass der Gesetzgeber es interessanter macht, dass Beschäftigte auch länger arbeiten können. Wenn sie dadurch die Chance hätten, ihre Rentenanwartschaft zu erhöhen, wäre das ein Anreiz.“ Derzeit würden praktisch alle Mitarbeiter von der Möglichkeit der Rente mit 63 Gebrauch machen.

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