Chemieindustrie: Fusions-Paukenschlag im Stagnationsumfeld

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Chemieindustrie: Fusions-Paukenschlag im Stagnationsumfeld

von Florian Zerfaß

Die Geschäfte der deutschen Chemieindustrie stagnieren, doch die geplante Fusion der US-Rivalen Dow Chemical und DuPont mischt den Markt auf. Was das für BASF, Bayer & Co. bedeutet.

Marijn Dekkers hat sich einen denkbar ungünstigen Tag für seinen Auftritt vor der Presse ausgesucht. Der Bayer-Chef ist auch Vorsitzender des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), an diesem Mittwoch zieht der Branchenverband Bilanz für 2015 und blickt ins kommende Jahr. „Alles in allem spricht vieles für eine leichte Belebung des Chemiegeschäftes mit Kunden im In- und Ausland“, sagt der Niederländer.

 

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Doch noch vor der Jahres-Pressekonferenz des VCI macht eine Nachricht die Runde, die für weit mehr als bloß Belebung sorgt – sondern die Branche regelrecht in Aufruhr versetzt: Die US-Chemiekonzerne Dow Chemical und DuPont wollen sich zusammenschließen, Fusionsgespräche laufen und seien in fortgeschrittenem Stadium, sickerte aus Verhandlungskreisen durch. Durch die Fusion würde ein Gigant mit einem Börsenwert von rund 120 Milliarden Dollar und einem Umsatz von fast 93 Milliarden Dollar (2014) entstehen, der die Ludwigshafener BASF (Chemie-Umsatz 2014: 90 Milliarden Dollar) in der Rangliste der weltgrößten Chemiekonzerne vom Spitzenplatz verdrängen würde.

DuPont und Dow Chemical BASF-Rivalen vor Mega-Fusion

Die beiden Chemiekonzernriesen DuPont und Dow Chemical stehen offenbar kurz vor einer Fusion. Bei einem Zusammenschluss wäre der neue Branchengigant mehr als 100 Milliarden Dollar schwer.

Dow Chemical Gelände Quelle: AP

Der inoffizielle Titel „weltgrößter Chemiekonzern“ freilich ist bloß Symbolik, Umsatz sagt nichts über Profitabilität aus. Um den Verlust dieser Spitzenposition müssen sich die Ludwigshafener um ihren Vorstandschef Kurt Bock also nicht grämen. Um manche andere Dinge allerdings schon: Rund läuft es bei den Ludwigshafenern nicht, und beim Rest der Branche auch nicht - und die Aussichten verheißen wenig gutes.

 

Nachfrageflaute sorgt für Stagnation

 

Die Produktion der deutschen Chemieindustrie schrumpfte 2015 nach den am Mittwoch vom VDI vorgelegten Zahlen um 0,5 Prozent, inklusive Pharmazeutika stieg sie leicht um ein Prozent. Der Umsatz blieb nahezu unverändert bei 190,8 Milliarden Euro, von denen 74,6 Milliarden Euro auf das Inland (- 1,5 Prozent) und 116,2 Milliarden auf das Ausland (+ 1 Prozent) entfielen. „Für ein besseres Ergebnis fehlten durchgreifende Impulse von der Weltwirtschaft“, sagte Dekkers.

 

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