Chemiekonzern: Die drei Problemfelder der BASF

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Chemiekonzern: Die drei Problemfelder der BASF

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Logo von BASF.

von Jürgen Salz

So richtig rund läuft es für den Ludwigshafener Chemiekonzern nur im Geschäft mit Kunststoffen für die Auto- und Bauindustrie. Die meisten anderen Sparten kämpfen mit rückläufigen Erträgen.

Insgesamt erzielte die BASF im zweiten Quartal nur einen leichten Zuwachs bei Umsatz (plus drei Prozent) und Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen (plus zwei Prozent.) In drei seiner fünf Geschäftsfelder kämpft der Chemieriese dagegen mit rückläufigen Erträgen. Dies wurde bei der Vorlage der Quartalszahlen deutlich.

Öl und Gas

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Der Erfolg der Sparte hängt vom Ölpreis ab. Der kennt jedoch seit gut einem Jahr nur eine Richtung – nach unten. Verglichen mit dem zweiten Quartal des Vorjahres ist der Ölpreis (auf Basis des US-Dollars) um 44 Prozent gesunken. Aktuell notiert er bei etwa 55 Dollar je Barrel. Die Folgen für die BASF: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen (Ebit) reduzierte sich im zweiten Quartal um 21 Prozent – von 546 Millionen auf 431 Millionen Euro. Den Bereich Öl und Gas haben die Ludwigshafener in den vergangenen Jahren stark ausgebaut – und sind damit auch anfälliger geworden für Schwankungen.

Das haben die einzelnen BASF-Sparten 2014 erwirtschaftet

  • Chemikalien

    Mit der Chemikalien-Sparte hat der Industriekonzern in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 23 % des Gesamtumsatzes von 56,3 Milliarden Euro erzielt. Das macht 28 % des operativen Ergebnisses aus, welches im gleichen Zeitraum bei 8,2 Milliarden Euro lag.

    Die folgenden Angaben beziehen sich jeweils auf die ersten drei Quartale 2014.

  • Industrieprodukte

    Katalysatoren, Lacke und andere Industrieprodukte haben 2014 23 % des Umsatzes ausgemacht. Der Anteil am operativen Ergebnis lag allerdings nur bei 16 %.

  • Spezialchemie

    Durch Performance Products aus der Spezialchemie wurden im vergangenen Jahr 21 % des Gesamtumsatzes erzielt. Der Anteil am operativen Ergebnis lag bei 22 %.

  • Öl und Gas

    20 % des Umsatzes von BASF gehen auf die Sparte Öl und Gas zurück. Das macht 25 % des operativen Ergebnisses aus.

  • Pflanzenschutz

    Immerhin 8 % des Umsatzes des Industrieriesen gehen auf die Sparte Pflanzenschutz zurück. Der Anteil am operativen Ergebnis liegt damit bei 14 %.

  • Sonstiges

    Sonstige Sparten von BASF erzielten 5 % des Gesamtumsatzes für das Unternehmen. Daduruch ging das operative Ergebnis 2014 um 5 % zurück.

Performance Products

Hinter diesem englischen Begriff verbergen sich unter anderem Geschäfte mit Pigmenten und Papierchemikalien. Wegen der Ertragsprobleme will die BASF nun das Pigmentgeschäft ausgliedern, ein vollständiger Rückzug ist nicht ausgeschlossen. Die Ausgliederung der Aktivitäten -  mit 2500 Mitarbeitern und einer Milliarde Jahresumsatz – in eine eigene Gesellschaft soll im zweiten Halbjahr 2016 über die Bühne gehen. „Wir prüfen alle Optionen für das Pigmentgeschäft“, sagt eine Sprecherin – was auch einen kompletten Rückzug nicht ausschließt.

Chemiekonzern BASF verdient gut mit Kunststoffen

Mit Kunststoffen für die Auto- und Bauindustrie hat BASF im zweiten Quartal gute Geschäfte gemacht. Das operative Ergebnis stieg auf zwei Milliarden Euro – Analysten hatten aber etwas mehr erwartet.

BASF-Werk in Ludwigshafen. Quelle: dpa

Ähnlich schwierig ist es im Geschäft mit Papierchemikalien, das unter hohen Produktions- und Verwaltungskosten leidet, auch dort hat die BASF bereits umorganisiert und Arbeitsplätze gestrichen. Die Papierchemikalien und große Teile des Pigmentgeschäfts waren 2008 durch die Akquisition des Schweizer Chemiekonzerns Ciba zur BASF gekommen – der Zukauf gilt intern mittlerweile als Fehlkauf. Der Ebit vor Sondereinflüssen im Segment „Performance Products“ reduzierte sich im zweiten Quartal um 19 Prozent.  

Agricultural Solution

Zu deutsch: Pflanzenschutz. Das Ebit vor Sondereinflüssen ging in der Sparte um 16 Prozent auf 365 Millionen Euro zurück. BASF-Chef Kurt Bock klagt über „geringere Mengen“ und „gestiegene Fixkosten durch die Inbetriebnahme neuer Anlagen“. Doch seit Jahren hinkt die BASF etwa dem Pflanzenschutzgeschäft von Bayer hinterher. Bei BASF hapere es an Innovationen im Agrargeschäft, sagen Analysten. Zusätzlich profitiert Bayer – im Gegensatz zur BASF – vom Saatgutgeschäft. „Wer, wie BASF, fast nur Pflanzenschutzmittel verkauft, hängt stärker vom Wetter ab“, sagt Warburg-Analyst Oliver Schwarz, „das Saatgutgeschäft ist dagegen weniger schwankungsanfällig.“

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Kritiker vermissen bei BASF-Chef Bock eine klare Strategie und den Mut zu Zukäufen. Zeit genug, die Probleme anzugehen, hat er noch: Der Aufsichtsrat hat erst vor wenigen Tagen seinen Vertrag bis 2021 verlängert.

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