Chemiekonzern: Lanxess stolpert im Dax-Rennen

Chemiekonzern: Lanxess stolpert im Dax-Rennen

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Aktuell wird Lanxess an der Börse mit etwa 4,8 Milliarden Euro bewertet – gestern waren es noch mehr als fünf Milliarden Euro.

von Jürgen Salz

Beim Kampf um den Aufstieg in den Dax hat der Leverkusener Chemiekonzern Lanxess einen Rückschlag erlitten. Die Quartalszahlen enttäuschen die Anleger; die Aktie fällt.

Am 5. September entscheidet die Deutsche Börse darüber, welche Unternehmen künftig dem Deutschen Aktien-Index (Dax) angehören. Als sicher gilt bereits der Aufstieg des Autozulieferers Continental – dafür muss dann wohl die Metro weichen. Möglicherweise schafft es auch der Kautschuk-Spezialist Lanxess in die oberste deutsche Börsenliga – auf Kosten von MAN. 

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Allerdings hat Lanxess-Chef Axel Heitmann im Aufstiegsrennen gerade einen Rückschlag erlitten. Kurz nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen fiel die Lanxess-Aktie um zeitweise mehr als vier Prozent. Der Börsenwert – ein wichtiges Kriterium für die Aufnahme in den Dax – reduzierte sich entsprechend. Aktuell wird Lanxess an der Börse mit etwa 4,8 Milliarden Euro bewertet – gestern waren es noch mehr als fünf Milliarden Euro.

Die aktuellen Quartalszahlen lösten reichlich Verkäufe von Lanxess-Aktien aus. In ihrem aktuellen Börsensegment, dem MDax, gaben die Leverkusener das Schlusslicht. das Bei der Vorlage der  Zahlen berichtete Unternehmenschef Heitmann von rückläufigen Absatzmengen in vielen Geschäften. Aufgrund der nachlassenden Konjunktur sind viele Kunden verunsichert, bauen erst einmal ihre Lagerbestände ab und verzögern Bestellungen. In Europa und insbesondere in Deutschland entwickeln sich die Umsätze rückläufig. Für die Automobilindustrie, an die Lanxess Kunststoffe und Kautschuk liefert, erwartet Heitmann zwar ein „anhaltendes Wachstum“, aber „abgeschwächte Zuwachsraten“. Für das zweite Halbjahr 2012 erwartet der Lanxess-Chef keine großen Sprünge im Vergleich zum Vorjahr.

Der promovierte Chemiker, der Lanxess, das aus Teilen der früheren Bayer-Chemie entstanden ist, seit 2004 führt, spricht von „immer stärkeren Herausforderungen“, aber „soliden Ergebnissen“. Im zweiten Quartal  2012 steigerte der Chemiekonzern – dank Währungseffekten und Preissteigerungen -   seinen Umsatz um acht Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Die Absatzmengen entwickelten sich rückläufig.

Der operative Gewinn (Ebitda) vor Sondereinflüssen erhöhte sich um sieben Prozent auf 362 Millionen Euro. Zu den Sondereinflüssen zählen vor allem Wartungsstillstände – in vielen Betrieben, die ohnehin mit sinkender Nachfrage zu kämpfen haben, ließ Heitmann die Anlagen herunterfahren. Unter dem Strich reduzierte sich daher der Lanxess-Gewinn um fast drei Prozent. 

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Doch insbesondere in Asien und Nordamerika laufen die Geschäfte gut. Heitmann ist sicher, im Gesamtjahr 2012 den operativen Gewinn vor Sondereinflüssen – wie bereits Anfang des Jahres versprochen -  um fünf bis zehn Prozent gegenüber Vorjahr steigern zu können. Den Aktionären macht Heitmann Hoffnung auf eine höhere Dividende, auch Zukäufe deutete er an – freilich, ohne Namen zu nennen.  

Noch ist das Aufstiegsrennen um den Dax freilich für Lanxess noch nicht verloren.  Die Zahlen gelten immer noch als ordentlich, viele Analysten empfehlen das Lanxess-Papier nach wie vor zum Kauf.  Zahlreiche Anleger haben sich heute dennoch von ihren Lanxess-Papieren getrennt, Kasse gemacht und Gewinne mitgenommen: In den vergangenen Tagen war die Aktie stark gestiegen. Seit Jahresbeginn hat Lanxess um rund 50 Prozent zugelegt – doppelt so viel wie der MDax.              

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