
Am 5. September entscheidet die Deutsche Börse darüber, welche Unternehmen künftig dem Deutschen Aktien-Index (Dax) angehören. Als sicher gilt bereits der Aufstieg des Autozulieferers Continental – dafür muss dann wohl die Metro weichen. Möglicherweise schafft es auch der Kautschuk-Spezialist Lanxess in die oberste deutsche Börsenliga – auf Kosten von MAN.
Allerdings hat Lanxess-Chef Axel Heitmann im Aufstiegsrennen gerade einen Rückschlag erlitten. Kurz nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen fiel die Lanxess-Aktie um zeitweise mehr als vier Prozent. Der Börsenwert – ein wichtiges Kriterium für die Aufnahme in den Dax – reduzierte sich entsprechend. Aktuell wird Lanxess an der Börse mit etwa 4,8 Milliarden Euro bewertet – gestern waren es noch mehr als fünf Milliarden Euro.

Die größten Chemiekonzerne sind...
Platz 12: Bayer
Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern erzielte 2010 mit seiner Chemiesparte (Teilkonzerne Bayer MaterialScience und Bayer CorpScience) einen Umsatz von 22,5 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge betrug 6,1 Prozent.
Quellen: Geschäftsberichte, Icis, Handelsblatt-Berechnungen; alle Umsätze beziehen sich auf die Chemiesparten, ohne sonstige Umsätze und Erträge. Umrechnung zu Durchschnittskursen.
Bild: ReutersPlatz 11: Total
Das französische Chemie-Unternehmen erzielte 2010 mit Chemieprodukten einen Umsatz von 23,2 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn betrug 1,2 Prozent.
Bild: dpaPlatz 10: Dupont
Das US-amerikanische Unternehmen erzielte 2010 rund 31,5 Milliarden US-Dollar Umsatz. Der operative Gewinn betrug 4,3 Prozent.
Bild: dpaPlatz 9: Ineos
Der britische Chemie-Konzern Ineos konnte 2010 einen Umsatz von 34,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Der operative Gewinn betrug 1,5 Prozent.
Bild: PressebildPlatz 8: Mitsubishi Chemical
Das japanische Chemie-Unternehmen erzielte 2010 einen Umsatz von 38,2 Milliarden US-Dollar und einen operativen Gewinn von 2,7 Prozent.
Bild: ReutersPlatz 7: Shell
Der britische Chemie-Konzern Shell konnte im vergangenen Jahr mit chemischen Produkten einen Umsatz von 39,6 Milliarden US-Dollar vorweisen. Zum operativen Gewinn macht das Unternehmen keine Angaben.
Bild: dpaPlatz 6: Sabic
Das arabische Unternehmen Sabic erwirtschaftete 2010 mit chemischen Produkten einen Umsatz von rund 40,4 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn belief sich auf 10,1 Prozent.
Bild: APPlatz 5: LyndellBasell
Das niederländische Unternehmen LyondellBasell verzeichnete im Jahr 2010 einen Umsatz von 40,2 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn betrug 2,9 Prozent.
Bild: APPlatz 4: Sinopec
Der chinesische Erdgas- und Mineralöl-Konzern Sinopec kann für 2010 rund 48,7 Milliarden US-Dollar Umsatz vorweisen. Der operative Gewinn liegt bei 2,3 Prozent.
Bild: ReutersPlatz 3: Exxon Mobil
Das amerikanische Unternehmen Exxon Mobil konnte im vergangenen Jahr in seiner Chemiesparte einen Umsatz von 53,6 Milliarden US-Dollar erzielen. Der operative gewinn betrug 3,4 Prozent.
Die größten Chemiekonzerne sind...
Platz 12: Bayer
Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern erzielte 2010 mit seiner Chemiesparte (Teilkonzerne Bayer MaterialScience und Bayer CorpScience) einen Umsatz von 22,5 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge betrug 6,1 Prozent.
Quellen: Geschäftsberichte, Icis, Handelsblatt-Berechnungen; alle Umsätze beziehen sich auf die Chemiesparten, ohne sonstige Umsätze und Erträge. Umrechnung zu Durchschnittskursen.
Die aktuellen Quartalszahlen lösten reichlich Verkäufe von Lanxess-Aktien aus. In ihrem aktuellen Börsensegment, dem MDax, gaben die Leverkusener das Schlusslicht. das Bei der Vorlage der Zahlen berichtete Unternehmenschef Heitmann von rückläufigen Absatzmengen in vielen Geschäften. Aufgrund der nachlassenden Konjunktur sind viele Kunden verunsichert, bauen erst einmal ihre Lagerbestände ab und verzögern Bestellungen. In Europa und insbesondere in Deutschland entwickeln sich die Umsätze rückläufig. Für die Automobilindustrie, an die Lanxess Kunststoffe und Kautschuk liefert, erwartet Heitmann zwar ein „anhaltendes Wachstum“, aber „abgeschwächte Zuwachsraten“. Für das zweite Halbjahr 2012 erwartet der Lanxess-Chef keine großen Sprünge im Vergleich zum Vorjahr.
Der promovierte Chemiker, der Lanxess, das aus Teilen der früheren Bayer-Chemie entstanden ist, seit 2004 führt, spricht von „immer stärkeren Herausforderungen“, aber „soliden Ergebnissen“. Im zweiten Quartal 2012 steigerte der Chemiekonzern – dank Währungseffekten und Preissteigerungen - seinen Umsatz um acht Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Die Absatzmengen entwickelten sich rückläufig.
Der operative Gewinn (Ebitda) vor Sondereinflüssen erhöhte sich um sieben Prozent auf 362 Millionen Euro. Zu den Sondereinflüssen zählen vor allem Wartungsstillstände – in vielen Betrieben, die ohnehin mit sinkender Nachfrage zu kämpfen haben, ließ Heitmann die Anlagen herunterfahren. Unter dem Strich reduzierte sich daher der Lanxess-Gewinn um fast drei Prozent.
Doch insbesondere in Asien und Nordamerika laufen die Geschäfte gut. Heitmann ist sicher, im Gesamtjahr 2012 den operativen Gewinn vor Sondereinflüssen – wie bereits Anfang des Jahres versprochen - um fünf bis zehn Prozent gegenüber Vorjahr steigern zu können. Den Aktionären macht Heitmann Hoffnung auf eine höhere Dividende, auch Zukäufe deutete er an – freilich, ohne Namen zu nennen.
Noch ist das Aufstiegsrennen um den Dax freilich für Lanxess noch nicht verloren. Die Zahlen gelten immer noch als ordentlich, viele Analysten empfehlen das Lanxess-Papier nach wie vor zum Kauf. Zahlreiche Anleger haben sich heute dennoch von ihren Lanxess-Papieren getrennt, Kasse gemacht und Gewinne mitgenommen: In den vergangenen Tagen war die Aktie stark gestiegen. Seit Jahresbeginn hat Lanxess um rund 50 Prozent zugelegt – doppelt so viel wie der MDax.
























