Chemiekonzern: Merck will AZ Electronics kaufen

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Chemiekonzern: Merck will AZ Electronics kaufen

, aktualisiert 05. Dezember 2013, 09:53 Uhr
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Merck will sein Chemieimperium vergrößern.

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck will sein Chemiegeschäft stärken und bietet rund 1,9 Milliarden Euro für die britische AZ Electronic Materials.

Merck will den britischen Konkurrenten AZ Electronic Materials für knapp zwei Milliarden Euro schlucken und damit sein auskömmliches Geschäft mit der Elektroindustrie ausbauen. "Mit diesem strategischen Schritt stärken wir das Portfolio von Merck, indem wir unser Flüssigkristallgeschäft um ein weiteres hochprofitables Premiumgeschäft ergänzen", sagte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley am Donnerstag. Merck ist vor den japanischen Konzernen JNC und DIC die weltweite Nummer Eins bei Kristallen, die unter anderem in Flachbildschirm-Fernsehern, Laptops und Handy-Displays eingesetzt werden.

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiehersteller bietet den AZ-Aktionären 403,5 Pence je Aktie, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. AZ wird damit mit rund 1,6 Milliarden Pfund (rund 1,9 Milliarden Euro) bewertet. Das Angebot entspricht einem Aufschlag von 41 Prozent auf den Durchschnittspreis der vorangegangenen drei Monate. AZ-Aktien schossen zum Handelsbeginn um über die Hälfte auf 401 Pence nach oben. Merck-Aktien gewannen gut drei Prozent auf 128,70 Euro und waren damit größter Gewinner im Dax.

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Der AZ-Vorstand will seinen Aktionären die Annahme des Angebots empfehlen und seine eigenen Aktien zum vereinbarten Preis verkaufen. Der Abschluss der Transaktion steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass mindestens 95 Prozent des Aktienkapitals das Angebot annehmen. Zudem müssen die Kartellbehörden grünes Licht geben. AZ hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 584 Millionen Euro und einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 193 Millionen Euro erwirtschaftet.

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Das Unternehmen stellt Prozesschemikalien zur Herstellung von integrierten Schaltkreisen (IC) her, die zum Beispiel in Tablet Computern, Smartphones, MP3-Spielern oder Spielekonsolen eingesetzt werden. Die EBITDA-Marge in dem Bereich, der rund 70 Prozent des AZ-Umsatzes ausmacht, betrug im vergangenen Jahr 41 Prozent. Den restlichen Umsatz macht AZ mit lichtempfindlichen Lacken, die unter anderem bei der Herstellung von Flachbildschirmen gebraucht werden.

"Da Materialien für die Märkte, die wir bedienen, immer wichtiger werden, sind starke Forschungs- und Entwicklungskapazitäten und eine breite Basis nötig, um Größenvorteile zu nutzen und neue Märkte zu erschließen", sagte AZ-Verwaltungsratschef John Whybrow. Der Zusammenschluss mit Merck biete die Möglichkeit, künftig noch stärker zu wachsen. Merck erwartet durch die Zusammenlegung jährliche Synergien von 25 Millionen Euro ab 2016. Die Integrationskosten, die sich auf die Jahre 2014 bis 2016 verteilen werden, schätzt das Darmstädter Unternehmen auf rund 50 Millionen Euro.

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