Chevrolet Volt: Vom Hoffnungsträger zum brennenden Problem

Chevrolet Volt: Vom Hoffnungsträger zum brennenden Problem

, aktualisiert 02. Dezember 2011, 11:06 Uhr
Bild vergrößern

Der Plug-in-Hybrid Chevrolet Volt ist für General Motors bislang ein echter Glücksfall gewesen - bis nun drei Autos in Brand geraten sind.

Quelle:Handelsblatt Online

Nachdem drei Chevrolet Volts in Brand geraten sind, wird das prominente Elektroauto für General Motors zum echten Problem. Der Autobauer kämpft offensiv gegen einen Image-Schaden an. Toyota ist das warnende Beispiel.

Der Chevrolet Volt hat General Motors gerettet - zumindest ein bisschen. Als der US-Autobauer mit all seinen Schulden und viel zu dicken  Autos wie ein sterbender Dinosaurier am Boden lag, verkörperte der Volt eine verheißungsvolle Zukunft. Ein Elektroauto - schnell, alltagstauglich und sparsam. Heute hat der Volt das Zeug, dem größten Autobauer der Welt empfindlich zu schaden. Aus einem Retter ist ein Problem geworden.

Denn die US-Verkehrsbehörde NHTSA untersucht den Volt nach mögliche Feuergefahren. Eine offizielle Untersuchung wurde eingeleitet. Bereits im Mai war in einem Volt auf einem Testgelände ein Feuer ausgebrochen – drei Wochen nach einem Crash-Test. Daraufhin wurden drei weitere Tests gemacht, bei denen die Batterien beschädigt wurden. Zwei Autos sollen dabei Feuer gefangen haben.

Anzeige

Das hat nun erste Konsequenzen: GM-Chef Dan Akerson hat angekündigt, dass die Batterien des Volt möglicherweise nochmals überarbeitet werden könnten. Immerhin: Auf die Markteinführung des Schwestermodells Opel Ampera soll die Debatte über Sicherheitsprobleme beim Volt keine Folgen haben, wie ein Opel-Sprecher Handelsblatt Online bestätigte - auch wenn die Brandursachen bislang noch nicht geklärt und beide Autos quasi baugleich sind. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor berichtet, dass die Auslieferung gestoppt würde, solange noch keine Klarheit darüber herrsche, wieso sich die Batterien entzündet hätten. Das wäre für die Rüsselsheimer zweifellos ein schwerer Image-Schaden gewesen.

Der Faktor Image ist beim Volt generell der entscheidende Punkt. Den Volt habe GM nämlich nicht auf den Markt gebracht, um damit einen großen finanziellen Erfolg zu erzielen, sondern um einen positiven Imageträger zu haben, beschreibt Jeremy Anwyl, Chef des Marktforschers Edmunds.com, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg die Bedeutung des Elektroautos.


Hat der Volt ein Problem, hat GM ein Problem

Hat der Volt ein Problem - dann leidet darunter auch das Image von General Motors. Mehr noch: Für Experten könnten die bislang ungeklärten Autobrände sogar die Reputation von Elektroautos generell in Mitleidenschaft ziehen. Der Bremsenskandal des Autobauers Toyota gilt in der Branche als abschreckendes Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Unternehmen nicht schnell und offensiv mit einem solchen Problem umgeht. Infolge der öffentlichen Debatte über möglicherweise unsichere Autos von Toyota waren die Absätze in den USA im vergangenen Jahr über Monate hinweg eingebrochen.

General Motors ist das nicht entgangen, den Fehler von Toyota will in Detroit niemand wiederholen. Also teilte der Konzern der Öffentlichkeit und vor allem den rund 6000 Volt-Fahrern schnell mit, dass die Autos sehr wohl sicher seien und der Konzern selbstverständlich mit der Behörde zusammenarbeite. Dennoch, oder besser trotzdem, stellt GM jedem Besitzer eines Volts kostenlos ein Leihfahrzeug zur Verfügung, solange die Ursache der Feuer noch nicht restlos aufgeklärt ist - oder kauft das Auto gar zurück.

GM hat keine Zeit zu verlieren, um schlechte Publicity zu vermeiden. Denn die Untersuchung der NHTSA kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Nachdem in diesem Jahr 5.200 Volts verkauft worden sind, will General Motors die Produktion von 10.000 auf 60.000 Einheiten hochfahren.

Besonders ärgerlich: Bei den Volt-Fahrern kommt der Plug-in-Hybride bestens an. Nach dem Verbrauchermagazin Consumer Reports sind 93 Prozent aller Kunden mit ihrem Auto sehr zufrieden und würden sich wieder einen Volt kaufen. Damit landet die Elektrolimousine noch vor dem Porsche 911 auf dem ersten Platz des Verbraucherpanels.  Allerdings stammt die Umfrage auch noch aus der Zeit vor den ersten Feuerzwischenfällen.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%