China : Chinas Industrie schwächelt so sehr wie zuletzt 2009

China : Chinas Industrie schwächelt so sehr wie zuletzt 2009

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"Die Nachfrage von innen wie außen bleibt schwach".

Chinas Wirtschaft ist so schwach wie zuletzt 2009: Experten rechnen damit, dass das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik in der zweiten Jahreshälfte unter sieben Prozent rutschen wird.

Die Sorgen vor einer stärkeren Abkühlung der chinesischen Wirtschaft nehmen zu: Die Geschäfte der Industrie in der Volksrepublik schrumpften im September so stark wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex fiel überraschend um 0,3 auf 47,0 Zähler, wie das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. So tief stand das Barometer zuletzt während der weltweiten Wirtschaftskrise Anfang 2009. Erst Werte ab 50 signalisieren ein Wachstum. Der Verlauf im September war zudem kein Ausrutscher, sondern bereits der siebte Monat in Folge mit einem Minus.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

  • Immobilienblase

    Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

  • Schattenbanken

    Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

  • Faule Kredite

    Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

  • Überkapazitäten

    Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

  • Internationale Krisen

    Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

"Die Nachfrage von innen wie außen bleibt schwach", erklärten die Ökonomen vom Finanzhaus Minsheng Securities in einer Analyse. "Es ist fast sicher, dass das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte unter sieben Prozent rutschen wird." Diese Marke hat die Regierung für 2015 als Ziel ausgegeben - es wäre ohnehin der geringste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert. Die Ökonomen des Finanzdienstleisters PNC rechnen nur noch mit einem Plus von 6,5 Prozent im zweiten Halbjahr, 2016 sollen es insgesamt 6,2 Prozent sein.

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"Stärkerer Gegenwind"

Börsenturbulenzen und schwache Konjunkturdaten hatten zuletzt weltweit die Furcht vor einem Abschwung in China genährt. Die US-Notenbank hat auch deshalb vorige Woche auf eine Zinserhöhung verzichtet. Staatschef Xi Jinping versuchte in dieser Woche, Misstrauen an der Stärke der Konjunktur zu zerstreuen. Chinas Wirtschaft sehe sich zwar Abwärtsrisiken ausgesetzt, wachse aber immer noch in einem ordentlichen Tempo. Das sieht die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission genauso. Das von der Regierung angestrebte Wirtschaftswachstum von sieben Prozent sei in diesem Jahr erreichbar, erklärte sie erst in dieser Woche.

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Die deutsche Wirtschaft bekommt die Abkühlung der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu spüren. Die Exporte in ihren viertgrößten Absatzmarkt legten im ersten Halbjahr nur um magere 0,8 Prozent zu. "Natürlich spüren wir momentan einen stärkeren Gegenwind," sagte der Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses (APA) der deutschen Wirtschaft, Hubert Lienhard, der Nachrichtenagentur Reuters. Grundsätzlich bleibe die Entwicklung für die dort rund 5500 engagierten deutschen Firmen aber positiv. "Ich denke nicht, dass es eine fundamentale Krise in China gibt", sagte der Chef des Kraftwerksbauers Voith.

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