China: Voestalpine legt Stahlbau-Pläne auf Eis

China: Voestalpine legt Stahlbau-Pläne auf Eis

, aktualisiert 14. September 2016, 16:10 Uhr
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Ein Bauteil aus einer der Laserschmelzanlagen des österreichischen Stahlkonzerns: In den kommenden zwei Jahren soll in China kein Edelstahlwerk gebaut werden.

Quelle:Handelsblatt Online

Chinas Wirtschaft scheint wieder Tritt gefasst zu haben. Dennoch hat sich der österreichische Konzern Voestalpine entschlossen, vorerst kein Edelstahlwerk in der Volksrepublik zu bauen. Gesucht wird ein neuer Standort.

MeerbuschDer österreichische Stahlkonzern Voestalpine hat seine Pläne für den Bau eines Edelstahlwerkes in China erst einmal zu den Akten gelegt. „Die Überlegungen für China haben wir für zwei Jahre auf Eis gelegt“, sagte Vorstandschef Wolfgang Eder am Mittwoch in Meerbusch bei Düsseldorf.

Zwar scheine die Wirtschaft in der Volksrepublik wieder Tritt gefasst zu haben. Es sei aber die Frage offen, welche Stahl-Qualität dort gefragt sei. Dagegen nähmen die Planungen für ein neues Edelstahlwerk als Ersatz für die 100 Jahre alte Anlage im österreichischen Kapfenberg in der Steiermark Gestalt an.

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„Die Frage ist nur noch, ob das neue Werk in Österreich oder im europäischen Ausland gebaut wird.“ Das hänge von den Energie- und Umweltgesetzen wie auch den bürokratischen Hürden ab. „Wo finden wir die besten Rahmenbedingungen?“ Eine endgültige Entscheidung für die 250 bis 300 Millionen Euro teure Investition werde in der zweiten Jahreshälfte 2017 getroffen.

Das jüngst angekündigte neue Sparprogramm bei Voestalpine sieht Eder als eine Fortschreibung des Sparpaktes der vergangenen Jahre an. Für 2017 plane er Kostensenkungen von mehr als 200 Millionen Euro.

Eder, der auch Präsident des Weltstahlverbandes ist, warnte die Politik in Europa davor, die Hürden bei den Umweltvorgaben für die Stahlindustrie zu hoch zu hängen. Die ohnehin seit Jahren gebeutelte Branche sei technologisch noch nicht so weit. Trotz weltweit milliardenschwerer Forschungen rechne er erst 2030 damit, den CO2-Ausstoß etwa mit Hilfe von Wasserstofftechnologie und erneuerbaren Energien gegen Null fahren zu können.

Für die unter Überkapazitäten und bestenfalls stabiler Nachfrage ächzende Stahlindustrie sieht Eder Licht am Ende des Tunnels. „Erstmals seit 2012 hat es in diesem Jahr keinen Preiseinbruch gegeben. Wenn der Preis im September nicht kippt, dann kann man damit rechnen, das er stabil bleibt oder sogar steigt.“ Positive Auswirkungen hätten neben den Antidumping-Zöllen auf Billigimporte aus China die steigenden Rohstoffpreise.

Quelle:  Handelsblatt Online
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