Chinas Exportschlager Elektroschocker: Amnesty kritisiert Industrie für Folterinstrumente

Chinas Exportschlager Elektroschocker: Amnesty kritisiert Industrie für Folterinstrumente

Bild vergrößern

Schlagestöcke wie diese - auch versehen mit Metallspitzen - liefern chinesische Unternehmen laut Amnesty International in Länder, die für Menschenrechtsverletzungen bekannt sind.

Schlagstöcke mit Stacheln und Halsringe aus Metall: Laut Amnesty International macht in China eine wachsende Industrie Kasse mit Folterwerkzeugen. Das Geschäft boomt und der Staat verdient offenbar mit.

Wird in Afrika ein Gefangener mit einem gezackten Schlagstock verprügelt, hat vermutlich ein chinesisches Unternehmen zuvor daran verdient. Das zumindest legt ein aktueller Bericht von Amnesty International nahe. Auf gut 40 Seiten beschreibt die Menschenorganisation einen schnell wachsenden Industriezweig, der sich auf die Herstellung von Folterinstrumenten spezialisiert hat.
Die Produktpalette dieser Unternehmen reicht von Fußfesseln aus Metall über Elektroschocker und Gummigeschosse bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen. Einige Waffen mögen im Rahmen eines normalen Polizeieinsatzes legitim sein, so die Menschenrechtsorganisation, andere würden nur produziert, „um Menschen zu misshandeln und zu foltern.“ Laut Amnesty gilt China etwa als das einzige Land, in dem Schlagstöcke produziert werden, die fast vollständige mit Metallspitzen bedeckt sind.

Amnesty International In 141 Staaten weltweit wird gefoltert

Allen Appellen zum Trotz wird weltweit noch in vielen Ländern gefoltert. In Ländern wie Nordkorea, Syrien oder Mexiko gehören Folterungen systematisch zur Tagesordnung - und tragen dabei oft ganz harmlose Namen.

Allen Appellen zum Trotz wird weltweit noch in vielen Ländern gefoltert. In Ländern wie Nordkorea, Syrien oder Mexiko gehören Folterungen systematisch zur Tagesordnung - und tragen dabei oft ganz harmlose Namen. Quelle: dpa


Die Folter-Branche gedeiht offenbar prächtig. Innerhalb von nur einem Jahrzehnt sei die Zahl der Unternehmen die mit den Waffen und Werkzeugen Geld verdienen von 28 auf 130 angestiegen, schreibt Amnesty. Viele der Firmen befänden sich dabei im Besitz des chinesischen Staates. Und der hat offenbar reges Interesse daran, damit Geld zu verdienen.
"Der Handel mit diesen Folterwerkzeugen boomt vor allem, weil die chinesischen Behörden Lieferungen solcher Ausrüstung auch an Regierungen erlauben, die für Menschenrechtsverletzungen bekannt sind", sagt Amnesty-Rüstungsexperte Mathias John. Die Schlagstöcke mit Metallspitze würden etwa von der Polizei in Kambodscha und Sicherheitsbehörden in Thailand und Nepal eingesetzt. Zudem gebe es Belege, dass chinesische Elektroschockgeräte von der Polizei in Ghana, im Senegal, in Ägypten und in Madagaskar benutzt werden.

Anzeige

China schweigt zu den Vorwürfen

Amnesty forderte China auf, die Produktion und den Export mehrerer solcher Gegenstände zu verbieten. "Es gibt keinerlei Entschuldigung für die Herstellung oder den Handel mit solchen Werkzeugen, die allein der grausamen Misshandlung von Menschen dienen", sagt John. Das Verbot der Folter und der grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung sei eines der Menschenrechte, das absolut und ohne Ausnahme gilt.

"Die chinesischen Behörden sollten deshalb die Herstellung von und den Handel mit Folterwerkzeugen sofort untersagen", so der Amnesty-Sprecher. Das chinesische Sicherheitsministerium kommentierte den Bericht zunächst nicht.

Weitere Artikel

China hat Folter und Misshandlung von Gefängnisinsassen ausdrücklich verboten und dementiert Vorwürfe, wonach dies häufig von chinesischer Polizei und Ermittlern praktiziert wird. Einem nationalen Überprüfer zufolge kam es in China in den vergangenen fünf Jahren zu keinem einzigen solcher Vorfälle. Amnesty hat dagegen nach eigenen Angaben etliche Fälle körperlicher Folter dokumentiert.

Erst am Montag hatte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, ein Gericht im Nordosten Chinas habe drei Polizisten sowie vier weitere Verdächtige wegen Folterhandlungen verurteilt. Ein Opfer sagte Xinhua zufolge, es sei an einen Eisenstuhl gefesselt und anschließend mit Elektroschocks gequält worden.

Mit Material von AP

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%