Chinesen gegen EU-Chemie: Lanxess von Strafzoll-Ping-Pong unbeeindruckt

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Chinesen gegen EU-Chemie: Lanxess von Strafzoll-Ping-Pong unbeeindruckt

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Der Vorsitzende des Lanxess-Aufsichtsrates Rolf Stomberg und der Lanxess-Chef Axel Claus Heitmann.

Der Streit um Zölle auf Solarprodukte geht weiter. Nachdem die EU die Zölle auf Solarprodukte aus China verhängt hat, kontern die Chinesen mit Aufschlägen auf Chemie. Hersteller Lanxess nimmt's gelassen.

Es ist ein Zungenbrecher: T-O-L-U-I-D-I-N-E heißt der Stoff, auf den die chinesischen Behörden ab Freitag einen Anti-Dumping-Zoll von fast 20 Prozent erheben und bei der Herstellung von Farben und Gummi zum Einsatz kommt. Vom Zoll auf Toluidine ist unter anderem der deutsche Hersteller Lanxess betroffen. Der Dax-Konzern stellt die Chemikalie im Werk in Leverkusen her.

Auf die Ankündigung der Chinesen regiert man dort aber gelassen: "Die Zölle auf Toluidine werden kein Auswirkungen auf unser operatives Ergebnis haben", sagt Lanxess-Sprecherin Daniela Eltrop auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Online. Das Geschäft mit dem Stoff sei in China nachrangig. Die Nachfrage aus Europa, Nord- sowie Südamerika sei deutlich größer, daher habe die Abgabe auch keinerlei Auswirkungen auf die Strategie des Konzern bezüglich seiner Geschäfte in China.

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Ein kritischer Analystenkommentar von JP Morgan sowie Chinas Anti-Dumping-Zölle auf eine Chemikalie haben die Aktien am Donnerstag deutlich zugesetzt. Die Titel fielen im Dax um bis zu 6,8 Prozent auf 44,91 Euro, den tiefsten Stand seit Januar 2012. Die Analysten von JP Morgan sehen schwierige Zeiten auf den europäischen Chemiesektor zukommen. Die US-Chemie-Industrie gewinne immer mehr Kostenvorteile gegenüber europäischen und asiatischen Herstellern, weil sie aufgrund des Einsatzes von Schiefergas billiger produzieren könnten, hieß es in dem Kommentar. Europäische Konzerne hätten ihr Einsparpotenzial dagegen weitgehend ausgereizt. Die derzeitigen Margen dürfte daher nicht zu halten sein. Die Analysten stuften Lanxess und BASF herunter auf von "neutral" auf "underperform".

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Das erste Halbjahr verlief für Lanxess enttäuschend. Im ersten Quartal hatte sich der operative Gewinn gegenüber Vorjahr halbiert. Den Rekordwert von 1,2 Milliarden Euro operativer Gewinn ist 2013 kaum noch zu erreichen. Goldman Sachs Analyst Rakesh Patel sieht sogar die für 2014 gesteckten Ziele in Frage gestellt.

Das Problem: Lanxess ist mit seinen Kautschuk- und Kunststoffprodukten stark vom Automobilgeschäft abhängig. Doch die Bestellungen aus der Fahrzeugindustrie lassen bereits seit einigen Monaten nach. Süffisant ließ kürzlich ein Top-Manager der Konkurrenz durchblicken,  dass sich Lanxess zu sehr auf eine Branche konzentriere.

Im Geschäftsjahr 2012 steigerte der Noch-Leverkusener Konzern seinen Umsatz um vier Prozent auf neun Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen legte um sieben Prozent zu. Die Ausschüttung an die Aktionäre ist trotz der Nachfrageschwäche gestiegen: Vorstand und Aufsichtsrat schlugen auf der Hauptversammlung am 23. Mai eine Dividende von einem Euro pro Aktie vor. Das entspricht einer Steigerung um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit Material von Reuters

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