Clariant: Schweizer Chemiekonzern Clairant schrecken Energiepreise in Deutschland

ThemaPharma

exklusivClariant: Schweizer Chemiekonzern Clairant schrecken Energiepreise in Deutschland

Bild vergrößern

Clariant-Fabrik

von Jürgen Salz und Stephanie Heise

Der Schweizer Spezialchemie-Konzern Clariant wird vor allem wegen der hohen Energiepreise vorerst nicht mehr in deutsche Produktionsstätten investieren.

Das kündigte der deutsche Clariant-Chef Hariolf Kottmann im Interview an. „Warum sollten wir in Deutschland noch einen Cent in neue Anlagen investieren? Dafür sehe ich derzeit keinen Grund“, sagte Kottmann. „Wir hatten zwei, drei Projekte in Deutschland favorisiert. Wir investieren nun lieber in den USA.“

Als Grund nennt Kottmann die niedrigen Energiekosten in den USA und die hohe Belastung durch die EEG-Umlage in Deutschland. „Der nationale Alleingang bei der Energiewende ist Wahnsinn. Ich halte die gesamte EEG-Förderung für falsch“, kritisierte Kottmann. „Allein am Standort Frankfurt-Höchst zahlen wir für die Umlage auf erneuerbare Energien nächstes Jahr voraussichtlich 4,7 Millionen Euro“, rechnet der Manager vor. „Die Kosten durch die EEG-Umlage haben sich damit gegenüber 2011 fast verdoppelt, ohne dass wir Kapazitäten ausgebaut haben.“ Damit sei Energie in Deutschland doppelt so teuer wie in Konkurrenzmärkten. „Wir zahlen in Deutschland 13 Cent pro Kilowattstunde, in China und den USA nur rund die Hälfte.“ Kottmann sieht Clariant dabei gegenüber der deutschen Konkurrenz zusätzlich belastet, weil große Konzerne wie BASF keine oder kaum EEG-Umlage zahlen.

Anzeige

Dennoch ist der Clariant-Chef optimistisch, Umsatz und Rendite steigern zu können. „Bis 2015 wollen wir mit einer Marge von 17 Prozent in das obere Drittel vorstoßen – wo etwa Evonik und Altana schon sind“, sagte Kottmann. Im dritten Quartal lag die Gewinnmarge bei 14,1 Prozent vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Um die Rendite zu steigern, werde Clariant wachsen und gleichzeitig die Kosten weiter senken. Clariant mit Sitz in Muttenz bei Basel besteht zu 70 Prozent aus Geschäften der früheren Hoechst AG. 2012 lag der Umsatz bei mehr als sechs Milliarden Schweizer Franken.

Die Chemiebranche insgesamt werde vor allem in Übersee zulegen: „Ich sehe Wachstum in Nord- und Lateinamerika und Asien“, sagte Kottmann dem Magazin. Für Deutschland und Europa erwartet er hingegen Stagnation in der Branche: "2014, 2015, 2016 werden Deutschland und Europa nicht wachsen, denn die Euro-Schuldenkrise sorgt für Verunsicherung bei Konsumenten und Industrie."

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%