Daimler auf dem Vormarsch: Mercedes jagt BMW

Daimler auf dem Vormarsch: Mercedes jagt BMW

, aktualisiert 08. Januar 2016, 12:21 Uhr
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Das kompakte Heck des neuen C-Klasse-Zweitürers. Die scharfe Kante am Kofferraumdeckel dient der Aerodynamik. 

von Markus FasseQuelle:Handelsblatt Online

Mercedes ist der Auto-Gewinner des Jahres 2015. Die Schwaben haben Audi wieder eingeholt – und sitzen jetzt dem Premium-Marktführer BMW im Nacken. Die Modelle sprechen für Mercedes.

MünchenIn der Autoindustrie gibt es eine alte Regel: Wer gute Zahlen hat, geht so schnell wie möglich damit an die Öffentlichkeit. In Stuttgart hatte man es besonders eilig. Noch vor Audi legten die Schwaben am Freitagmorgen ihre Zahlen vor – BMW lässt sich Zeit bis Montag.

Die Mercedes-Zahlen sind bärenstark. Die Autosparte der Stuttgarter mit den Marken Mercedes und Smart ist im vergangenen Jahr um 14,4 Prozent gewachsen, die Kernmarke Mercedes alleine um 13,4 Prozent. Insgesamt verkaufte Daimler im vergangenen Jahr 1,99 Millionen Autos. Damit sind die Schwaben noch einmal schneller gewachsen als in ihrem bisherigen Rekordjahr 2014, als die Autosparte um gut zehn Prozent zulegte.

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Vor allem aber hat es Daimler-Chef Dieter Zetsche geschafft, Audi beim Absatz wieder zu überholen. Die VW-Tochter verkaufte 2015 1,8 Millionen Autos. Das ist ein respektables Plus von 3,6 Prozent – aber Mercedes wächst derzeit dreimal so schnell. So schnell, dass mittlerweile der bis vor kurzem noch weit enteilte Marktführer BMW in Reichweite kommt.

Zwar knackte BMW mit seiner Kleinwagentochter Mini schon im November die Marke von zwei Millionen verkauften Autos. Doch die Wachstumsraten der Münchener lagen Ende November nur noch bei 4,9 Prozent – also auch noch nicht einmal bei der Hälfte des Mercedes-Wachstums. Und der Gegenwind für die Bayern wird heftiger: Im Dezember brach BMW auf dem wichtigen US-Markt um 17,7 Prozent regelrecht ein. Vor allem die Limousinen der 3er und 5er Reihe der Münchner kommen unter die Räder.

Damit geht BMW mit einer schweren Hypothek ins neue Jahr. Denn im Brot- und Buttergeschäft kommen die Produkte der Münchener in die Jahre. Während Daimler seine neue E-Klasse kommende Woche in Detroit präsentiert, gibt es den neuen BMW 5er erst im Herbst. Der aktuelle 3er, die meistverkaufte Baureihe der Münchener, wird aber noch bis mindestens Ende 2017 gegen die neu gestalteten Konkurrenten C-Klasse und Audi A4 bestehen müssen. Ob BMW bis dahin seinen Vorsprung auf Mercedes halten kann, ist offen.


SUVs, SUVs und nochmal SUVs

Alle drei deutschen Premiumhersteller verzeichnen den gleichen Trend: Es geht weg von der klassischen Limousine und hin zu Geländewagen oder Minivans. Allein BMW verkaufte im vergangenen Jahr 110.000 Modelle seiner 2er-Reihe. Dass der Mercedes B-Klasse erstaunlich ähnliche Modell ist vor allem bei Senioren beliebt. Das hilft zwar nicht unbedingt dem Image der Marke, verhindert aber das Abwandern der alternden Kundschaft zur Konkurrenz. In Deutschland ist der durchschnittliche BMW-Käufer mittlerweile 53 Jahre alt – bei Mercedes 55 und bei Audi 52.

Noch besser laufen die SUVs, die „Sport Utility Vehicles“. Jeder vierte verkaufte BMW, Audi oder Mercedes ist mittlerweile ein Fahrzeug, das wenigstens so aussieht, als könnte es auch abseits der Straße fahren. Allein Mercedes konnte die Verkäufe seiner SUV-Modelle im vergangenen Jahr um 25 Prozent steigern.

Alle drei Hersteller haben aber auch die gleichen Sorgen. Denn die Weltwirtschaft wackelt, vor allem in Fernost. Für Daimler, BMW und Audi ist China mittlerweile der größte Absatzmarkt, besonders für die High-End-Produkte. Jeder zweite BMW 7er, der in Deutschland gebaut wird, geht in den Export nach China.

Mit der Abgasaffäre bei Volkswagen steigt der Druck der Behörden, den besonders in Europa beliebten Dieselantrieb sauberer zu machen. Gleichzeitig brauchen die Hersteller deutlich mehr Elektroautos, um die Emissionsgrenzen in Europa einhalten zu können. Das alles kostet sehr viel Geld.

2016, so viel ist klar, wird ein Jahr voller Ungewissheiten für die deutsche Autoindustrie.

Quellle:  Handelsblatt Online
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