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Desertec: Industrie-Initiative setzt auf Wüstenstrom

Quelle: Handelsblatt Online

Trotz der gewaltigen Investitionen, die für einen Stromverbund mit Nordafrika nötig wären, setzen Konzerne der Desertec-Initiative weiter auf Einsparmöglichkeiten durch Wüstenstrom. Ab 2014 soll Strom aus Marokko kommen.

Photovoltaik-Anlagen auf israelischem Wüstengebiet. Quelle: ap
Photovoltaik-Anlagen auf israelischem Wüstengebiet. Quelle: ap

MünchenMit Wüstenstrom aus Nordafrika könnte Europa seine Stromkosten nach Angaben der Desertec-Industrie-Initiative (Dii) um rund 40 Prozent senken. Der Bau von Windparks, Solaranlagen und Stromtrassen würde annähernd 400 Milliarden Euro kosten, aber jährlich 33,5 Milliarden Euro gegenüber der Stromerzeugung in Europa sparen, erläuterte Dii-Experte Florian Zickfeld am Donnerstag in München. Ein Stromverbund mit Nordafrika erhöhe auch die Versorgungssicherheit. „Wir haben kostengünstige, unerschöpfliche Potenziale zur Erzeugung von Energie in der Wüste“, sagte Dii-Geschäftsführerin Aglaia Wieland.

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Die Desertec-Initiative, hinter der Konzerne wie Munich Re, Siemens, RWE oder Eon stehen, will bis 2050 etwa 20 Prozent des europäischen Strombedarfs aus der Sahara importieren. In Europa erzeugter Strom werde etwa 73 Euro je Megawattstunde kosten, Wüstenstrom einschließlich Transportkosten nur 58 Euro, erklärte Zickfeld. Weitere 15 Euro je Megawattstunde würden gespart, weil mit dem Verbund weniger Stromspeicher und zusätzliche Kraftwerke für Nachfragespitzen gebaut werden müssten.

Die beiden ersten Wind- und Sonnenkraftwerke mit zusammen 250 Megawatt Leistung sollen in Kürze in Marokko gebaut werden und ab 2014 Strom liefern.

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