Deutsche Industrie: Dickes Auftragsminus lähmt die Branche

Deutsche Industrie: Dickes Auftragsminus lähmt die Branche

, aktualisiert 06. Oktober 2015, 09:17 Uhr
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Ein Kran transportiert in der Feuerbeschichtungsanlage von ThyssenKrupp in Dortmund einen sogenannten Coil.

Ein überraschend starker Rückgang der August-Bestellungen in der deutschen Industrie hat die Ökonomen überrascht. Die Zahlen seien stärker zurückgegangen als es durch den Ferieneffekt üblich sei.

Die deutsche Industrie spürt zunehmend die schwächelnde Konjunktur in China und anderen Schwellenländer. Die Betriebe mussten im August und damit bereits den zweiten Monat in Folge ein Auftragsminus hinnehmen. Die Bestellungen sanken überraschend um 1,8 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten ein Plus von 0,5 Prozent erwartet, nachdem es im Juli ein Minus von 2,2 Prozent gegeben hatte. "Offensichtlich leidet das Geschäft der deutschen Unternehmen zunehmend unter der schwachen Konjunktur in den Emerging Markets", sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

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Ein Mitarbeiter der ZF Friedrichshafen montiert ein automatisches Getriebesystem Quelle: dpa

Während die Aufträge aus der Euro-Zone für positive Impulse sorgten und um 2,5 Prozent zulegten, gingen die Orders von außerhalb des Währungsraums mit minus 3,7 Prozent erneut kräftig nach unten. "Der Rückgang der Bestellungen aus Übersee zeichnet eher ein düsteres Bild", sagte Thomas Gitzel von der VP Bank aus Liechtenstein. Chinas Wirtschaft, die seit vielen Jahren ein Motor für die globale Konjunktur ist, verliert derzeit an Schwung. Zuletzt rutschte Südamerikas größte Volkswirtschaft, Brasilien, in die Rezession und auch Russlands Wirtschaft schrumpft wegen des niedrigen Ölpreises und der Sanktionen im Ukraine-Konflikt. Dies dürfte Solveen zufolge dazu führen, dass in den nächsten Monaten die Industrieproduktion und damit auch die Wirtschaftskraft in Deutschland langsamer steigt.

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Unterm Strich ging die gesamte Auslandsnachfrage im August um 1,2 Prozent zurück und damit den zweiten Monat in Folge. Die Inlandsbestellungen sanken ebenfalls, und zwar um 2,6 Prozent. "Die Auftragseingänge entwickelten sich nach der starken Belebung im zweiten Quartal zuletzt schwach", erklärte das Ministerium. "Dabei ist der Rückgang im August durch Ferieneffekte überzeichnet." Allerdings betonten Ökonomen, die späten Sommerferien seien nur für einen Teil der schwachen Daten verantwortlich. Die Bestellungen von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen sank um 2,8 Prozent, die von Konsumgütern gab um 1,5 Prozent nach. Die Nachfrage nach Vorleistungen wie Chemikalien fiel um 0,4 Prozent.

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