Die Strategien der Pharma-Riesen: Merck KGaA kauft für 13 Milliarden Euro zu

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Die Strategien der Pharma-Riesen: Merck KGaA kauft für 13 Milliarden Euro zu

, aktualisiert 22. September 2014, 15:05 Uhr

Mega-Übernahme in der Pharmabranche: Merck KGaA will den US-Spezialisten Sigma-Aldrich kaufen. Der deutsche Konzern setzt damit auf eine ganz andere Strategie als Pharmariese Bayer.

In den vergangenen Tagen haben gleich zwei deutsche Pharma- und Chemiekonzerne für großes Aufsehen gesorgt. Der eine, Bayer aus Leverkusen, kündigte Ende vergangener Woche an, seine Chemie- und Kunststoffgeschäfte bis spätestens 2016 an die Börse zu bringen und sich fortan nur noch auf Pharma- und Pflanzenschutz zu konzentrieren. Der andere, Merck aus Darmstadt, holt jetzt in den USA zum großen Schlag aus.

Das Darmstädter Unternehmen kauft für 17 Milliarden Dollar (13,1 Milliarden Euro) in bar den Life-Science-Spezialisten Sigma-Aldrich.  Merck zahlt 140 Dollar je Sigma-Aldrich-Aktie. Das sind 36 Prozent mehr als der Schlusskurs der Sigma-Aktie an der US-Börse Nasdaq vom Freitag.

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Die Strategien von Bayer und Merck

Zwei Konzerne, zwei Strategien: Während Bayer nun vor allem auf Pharma setzt, gibt Merck sein Geld für (Labor-)Chemikalien aus. Während Bayer zum fast 100-prozentigen Pharmakonzern wird, nimmt bei Merck durch den US-Zukauf die Bedeutung des Medikamentengeschäfts ab.

Abspaltung per Börsengang Bayer will sich von Kunststoffsparte trennen

Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer will seine Kunststoffsparte an die Börse bringen. Der Aufsichtsrat muss den Plänen des Vorstands allerdings noch zustimmen.

Fahnen mit dem Markenzeichen des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer. Quelle: dpa

Dafür gibt auf beiden Seiten gute Gründe: Während Bayer einen Medikamenten-Erfolg nach dem anderen feierte – unter anderem kamen neue Mittel gegen Schlaganfall und Krebs auf den Markt – herrscht bei Merck seit Jahrzehnten Flaute. Erst kürzlich mussten die Darmstädter die Hoffnungen auf ein neues Lungenkrebsmittel aufgeben – es hatte in den klinischen Studien nicht überzeugt. Zwar sucht Merck weiterhin nach neuen Medikamenten, doch bis zur Zulassung kann es noch Jahre dauern.

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Unternehmenschef Karl-Ludwig Kley hat daraus offensichtlich die Konsequenz gezogen, lieber andere Geschäfte zu stärken. Merck ist bereits mit Flüssigkristallen (für Smartphones und Flachbildfernseher) und Farbpigmenten erfolgreich. Durch den Kauf des US-Konzerns Merck-Millipore im Jahr 2010 hatte sich Merck bereits auf Laborreagenzien spezialisiert – und verstärkt nun seine Marktposition noch einmal.

Von der Übernahme erhofft sich Merck Größen- und Einspar-Effekte von 260 Millionen Euro pro Jahr, die sich innerhalb von drei Jahren verwirklichen sollen. Mit dem Kauf entstehe einer der führenden Anbieter der sogenannten Life-Science-Industrie. Damit werden Geschäfte rund um Gesundheit, Pflanzenschutz und Saatgut sowie Biotechnologie zusammengefasst. Die zuständigen Behörden und die Aktionäre müssen dem Geschäft aber noch zustimmen.

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