Dieselaffäre und die Folgen: Ehemaliger VW-Entwicklungsvorstand klagt Bonus ein

Dieselaffäre und die Folgen: Ehemaliger VW-Entwicklungsvorstand klagt Bonus ein

, aktualisiert 23. März 2017, 11:04 Uhr
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Vor dem Arbeitsgericht Braunschweig klagt der Ex-Entwicklungsvorstand bei VW auf die Nachzahlung eines Bonus in Höhe von 1,4 Millionen Euro.

von Stefan Menzel und Volker Votsmeier Quelle:Handelsblatt Online

Heinz-Jakob Neußer soll von den VW-Abgasmanipulationen gewusst haben und wurde beurlaubt. Nun zieht der Ex-Entwicklungsvorstand gegen seinen Arbeitgeber vor Gericht. Der VW-Manager fordert seinen Bonus in Millionenhöhe.

BraunschweigHeinz-Jakob Neußer pocht auf sein Recht. Im September 2015 ist der frühere Entwicklungsvorstand der Marke VW vom Volkswagen-Konzern wegen einer möglichen Verwicklung in die Dieselaffäre beurlaubt worden. Trotzdem will Neußer Geld sehen: Vor dem Arbeitsgericht Braunschweig klagt er auf die Nachzahlung eines Bonus in Höhe von 1,4 Millionen Euro.

In Braunschweig gibt es heute den letzten Versuch einer Einigung: Das Arbeitsgericht hat einen sogenannten „Gütetermin“ angesetzt. Die Richter wollen Neußer und Volkswagen dazu bewegen, dass sie sich über die Auszahlung des Bonus einigen, ohne dass es zu einem großen Gerichtsverfahren kommt.

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Doch die Aussichten dafür stehen nicht besonders gut: Wie es dazu aus mit dem Vorgang befassten Justizkreisen hieß, dürfte der Gütetermin scheitern. Neußer und sein Arbeitgeber Volkswagen stünden sich unversöhnlich gegenüber, mit einer Einigung sei deshalb nicht zu rechnen.

Beide Seiten müssten sich deshalb auf ein langwieriges Gerichtsverfahren einstellen. Neußer dürfte vor Gericht auch nicht erscheinen, weil das Scheitern von vornherein feststeht. Volkswagen wollte sich zunächst nicht zu dem Gerichtstermin heute in Braunschweig äußern.

Neußer ist der wichtigste und ranghöchste Manager aus dem Volkswagen-Konzern, dem eine Beteiligung an der Dieselaffäre zur Last gelegt wird. Er gehört zu einer Gruppe von sieben VW-Beschäftigten, die von den US-Justizbehörden namentlich benannt worden sind und strafrechtlich zu den Beschuldigten gezählt werden.

Heinz-Jakob Neußer droht jederzeit die Verhaftung durch die US-Behörden, deshalb dürfte er nicht mehr in die USA reisen. Der VW-Manager Oliver Schmidt war im Januar bei einem USA-Besuch in Florida verhaftet worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft wegen seiner angeblichen Beteiligung am Dieselskandal. Außerhalb Deutschlands müssen die Beschuldigten die Auslieferung an die USA befürchten, deshalb dürften sie Deutschland nicht mehr verlassen.

Neußer soll nach Angaben der US-Behörden schon sehr früh in die Affäre verwickelt gewesen sein. Er habe die Manipulationen an den Dieselmotoren vorangetrieben und später deren Aufdeckung durch die US-Justiz und Umweltbehörden blockiert. Der frühere VW-Markenvorstand wird auch im sogenannten „Statement of Facts“ mit den US-Justizbehörden genannt, in dem der VW-Konzern seine Schuld eingestanden hatte.

Auch in Deutschland wird inzwischen gegen Neußer ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig untersucht, ob der VW-Manager wegen Betrugs angeklagt werden kann. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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