Dieselgate: VW will Händler in den USA entschädigen

Dieselgate: VW will Händler in den USA entschädigen

, aktualisiert 18. Juli 2016, 07:40 Uhr
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Ein VW-Logo zeichnet sich hinter einer Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ab.

von Astrid DörnerQuelle:Handelsblatt Online

Die Kosten für den Diesel-Skandal in den USA könnten für Volkswagen weiter ansteigen. Laut einem Medienbericht will der Wolfsburger Autobauer 650 Händler für ihre Verluste entschädigen.

Volkswagen plant offenbar, die 650 Autohändler für ihre Verluste zu entschädigen, berichtet das „Wall Street Journal“. Eine Einigung könnte bereits in den nächsten vier Wochen erzielt werden. VW hat am Freitag mit einer Reihe von Informationsveranstaltungen begonnen, die die Händler auf die anstehenden Entschädigungen der knapp 500.000 amerikanischen Diesel-Fahrer vorbereiten sollen.

Der Wolfsburger Autobauer hatte Ende Juni eine rund 15 Milliarden Dollar schwere Einigung mit den US-Behörden erzielt. Teil davon ist, dass die Autofahrer entschädigt werden und VW alle Autos zurückkaufen muss, falls die Umweltbehörden keiner Reparatur zustimmen. Sollte es die Möglichkeit einer Reparatur geben, dann können die Autofahrer wählen.

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VW wird einen externen Dienstleister beauftragen, der den Prozess begleiten wird. Sollten die Behörden eine Reparatur der Autos zulassen, dann könnten die zurückgegebenen Autos von den Händlern weiterverkauft werden.

Wie VW im ersten Quartal abgeschnitten hat

  • Absatz

    Im Auftaktquartal 2016 hat Volkswagen 2,577 Millionen Fahrzeuge abgesetzt – zum ersten Quartal 2015 ein Rückgang von 1,2 Prozent (2,607 Millionen Fahrzeuge).

  • Mitarbeiter

    Zum Stichtag 31. März 2016 haben 613.075 Menschen für VW gearbeitet. Gegenüber dem Jahr 2015 sind das 0,5 Prozent mehr – damals waren es 610.076 Menschen.

    In Deutschland sinkt jedoch die Zahl der VW-Mitarbeiter, zuletzt um 800 auf rund 277.900 Stellen. Der Zuwachs kommt aus dem Ausland, wo VW um fast 4.000 Stellen auf 335.200 Jobs zulegte.

  • Umsatz

    Beim Umsatz musste VW im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Minus von 3,4 Prozent hinnehmen. Die Umsatzerlöse sanken von 52,735 Milliarden Euro auf aktuell 50,964 Milliarden Euro.

  • Operatives Ergebnis

    Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 3,4 Prozent auf 3,44 Milliarden Euro – zum Jahresauftakt 2015 waren es noch 3,328 Milliarden Euro. Die operative Rendite stieg von 6,3 auf 6,8 Prozent.

  • Ergebnis nach Steuern

    Das Ergebnis nach Steuern ging deutlich zurück – von 2,932 Milliarden Euro im Q1 2015 auf aktuell 2,365 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 19,3 Prozent.

  • VW-Pkw

    Die Marke Volkswagen Pkw verzeichnete in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Volumen- und Umsatzrückgang. Der Umsatz von VW-Pkw sank von 26,3 Milliarden Euro auf 25,1 Milliarden Euro, der Absatz fiel von knapp 1,12 Millionen auf 1,07 Millionen Fahrzeuge. Infolge dessen ging das Operative Ergebnis vor Sondereinflüssen auf 73 (514) Millionen Euro zurück, die operative Marge erreichte im ersten Quartal 0,3 Prozent.

  • Audi

    Mit 1,3 Milliarden Euro erreichte Audi annähernd wieder das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen des Vorjahres. Bei einem nahezu stabilen Umsatz sank die operative Marge leicht von 9,7 auf 9,0 Prozent.

  • Skoda

    Bei Skoda stieg das operative Ergebnis aufgrund positiver Mixeffekte und geringerer Materialkosten um gut 30 Prozent auf 315 (242) Millionen Euro. Die operative Marge legte bei deutlich gestiegenem Umsatz auf 9,3 (7,6) Prozent zu.

  • Seat

    Seat verbesserte sein Operatives Ergebnis aufgrund von Kostenoptimierungen auf 54 (33) Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung der Operativen Rendite auf 2,6 (1,5) Prozent.

  • Bentley

    Gemessen am operativen Ergebnis ist Bentley im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Statt einem Gewinn von 49 Millionen Euro im Vorjahresquartal steht 2016 ein Minus von 54 Millionen Euro zu Buche. Volkswagen begründet das mit gesunkenen Auslieferungen.

  • Porsche

    Porsche blieb auch zum Auftakt des laufenden Geschäftsjahres in der Erfolgsspur. Das Operative Ergebnis stieg weiter auf 895 (765) Millionen Euro und damit deutlich überproportional zum Umsatz, der aufgrund eines signifikant höheren Absatzes spürbar zulegte. Die operative Marge kletterte auf 16,6 (15,1) Prozent.

  • Nutzfahrzeuge

    Das operative Ergebnis von Volkswagen Nutzfahrzeuge sank volumenbedingt auf 142 (165) Millionen Euro, die operative Marge ging auf 5,2 (6,1) Prozent zurück. Scania verbuchte einen leichten Anstieg des operativen Ergebnisses auf 244 (237) Millionen Euro und eine stabile operative Marge von 9,6 Prozent. Trotz des anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfelds in Südamerika verbesserte MAN Nutzfahrzeuge das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen unter anderem aufgrund des höheren Absatzes in Europa auf 65 (minus 13) Millionen Euro. Bei MAN Power Engineering belief sich das operative Ergebnis auf 48 (52) Millionen Euro.

  • VW Financial Services

    Die Volkswagen Finanzdienstleistungen konnten ihr operatives Ergebnis deutlich auf 492 (403) Millionen Euro steigern. Insbesondere Volumeneffekte wirkten sich positiv aus.

Das Verhältnis zwischen VW und den Händlern galt lange Zeit als angespannt. Viele haben nach dem Diesel-Skandal ihre Umsätze einbrechen gesehen und hätten ständig den Frust der Kunden abfedern müssen, hatte der Chef der Händler-Vereinigung Alan Brown bereits vor Monaten kritisiert. Vom Konzern selbst habe es dagegen lange Zeit keine Informationen gegeben. Nun jedoch scheint sich die Stimmung gedreht zu haben.

Die Händler-Vereinigung hat Anfang April einen fünfköpfigen Ausschuss gegründet, der seitdem mit VW über Entschädigungszahlungen verhandelt. Die Gespräche „machen gute Fortschritte“, lobte Brown gegenüber dem „Wall Street Journal“. „Ich persönlich bin was VW und unsere Zukunft angeht optimistischer als je zuvor.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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