Digital Music Report 2014: Der digitale Musikmarkt holt den physischen ein

Digital Music Report 2014: Der digitale Musikmarkt holt den physischen ein

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Verschiedene Musik-Apps sind auf einem iPad zu sehen.

Der digitale Musikmarkt hat erstmals einen genau so großen Anteil an den Erlösen der Musikbranche wie der physische und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Das verschiebt die Gewichte innerhalb der Branche.

Erstmals ist der digitale Musikmarkt genau so groß wie der physische. Das geht aus dem Digital Music Report 2014 hervor, den der Weltverband der Phonoindustrie (IFPI) heute in London vorgestellt hat.

Der digitale Markt war 2014 für 46 Prozent der Einnahmen der Musikindustrie verantwortlich – umgerechnet sind das 6,85 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Wachstum von sieben Prozent.

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Getrieben wurde das Wachstum durch die Streamingdienste. Mittlerweile gibt es 41 Millionen zahlende Abonnenten weltweit – vor fünf Jahren waren es gerade einmal acht Millionen. Die Einnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent auf 1,57 Milliarden US-Dollar.

Top Ten der Digitalverkäufe (Singles) 2014

  • 10

    Bailando (Enrique Iglesias feat. Sean Paul, Descemer Bruno, Gente de Zona)

    Verkäufe: 8 Millionen

  • 9

    Rude (MAGIC!)

    Verkäufe: 8,6 Millionen

  • 8

    Problem (Ariana Grande feat. Iggy Azalea)

    Verkäufe: 9 Millionen

  • 7

    Fancy (Iggy Azalea feat. Charli XCX)

    Verkäufe: 9,1 Millionen

  • 6

    Timber (Pitbull feat. Ke$ha)

    Verkäufe: 9,6 Millionen

  • 5

    Let It Go (Idina Menzel)

    Verkäufe: 10,9 Millionen

  • 4

    All About That Bass (Meghan Trainor)

    Verkäufe: 11 Millionen

  • 3

    All Of Me (John Legend)

    Verkäufe: 12,3 Millionen

  • 2

    Dark Horse (Katy Perry feat. Juicy J)

    Verkäufe: 13,2 Millionen

  • 1

    Happy (Pharrell Williams)

    Verkäufe: 13,9 Millionen

Was Streaming-Anbieter wie Spotify oder Tidal, den neuen Streaming-Dienst von Jay-Z, freuen dürfte, beschert der Musikindustrie eher Kopfschmerzen. Zwar ist die Industrie der Hauptprofiteur dieses Geschäfts, doch der Zuwachs bei den Streaming-Diensten reicht nicht, um die Verluste im Geschäft mit den physischen Tonträgern und den Downloads zu kompensieren – in beiden Bereichen gingen die Einnahmen um acht Prozent zurück.

In Deutschland verkaufen sich CDs nach wie vor

Problematisch ist das vor allem deswegen, weil Downloads nach wie vor für 52 Prozent der digitalen Einnahmen weltweit verantwortlich sind – Streaming kommt nicht einmal auf ein Viertel.

„Je jünger die Musikliebhaber sind und je üblicher es für sie ist, immer und zu jeder Zeit, an jedem Ort, wie selbstverständlich über Musik zu verfügen, desto mehr verliert der Besitz von Tonträgern für sie an Bedeutung“, erklärt Carsten Winter, Professor für Medien- und Musikmanagement, das Phänomen.

Weltweite Einnahmen aus digitaler Musikvermarktung nach Sektor

  • 9 Prozent

    ...der Einnahmen aus dem Digitalgeschäft entfallen auf werbefinanzierte Musikstreams. Der Kunde kann hierbei die Musik über einen Stream kostenlos hören, muss sich dafür aber mit Werbeunterbrechungen abfinden.

    Quelle: IFPI

    Stand: 2014

  • 15 Prozent

    ... der Einnahmen aus der digitalen Musikvermarktung stammen aus sonstigen Geschäftsmodellen.

  • 23 Prozent

    ...der Einnahmen aus digitaler Musikvermarktung entfallen auf Streaming-Angebote, bei denen der Kunde gegen eine meist monatliche Gebühr im Rahmen des Angebots des jeweiligen Streaming-Dienstes unbegrenzt Musik hören kann. Er kauft die gehörten Lieder dabei nicht. Bei Beendigung des Abonnements stehen ihm die Lieder nicht mehr zur Verfügung.

  • 52 Prozent

    ...der Einnahmen aus digitaler Musikvermarktung weltweit kommen aus dem klassischen Kauf von Liedern per Download. Der Kunde kauft den Titel und lädt ihn dann zur permanenten Verfügung auf den eigenen Computer/das eigene Handy... herunter.

Die Konsequenz: Die Einnahmen aus dem Musikgeschäft sanken um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 14,97 Milliarden US-Dollar.

Aufgeschlüsselt auf einzelne Länder ergibt sich allerdings ein vielfältigeres Bild. So konnten die Einnahmen aus dem Digital-Geschäft in den USA 2014 die Verluste aus dem physischen Geschäft kompensieren. Die Einnahmen stiegen dort im vergangenen Jahr insgesamt um rund zwei Prozent.

Auch in Deutschland stiegen die Einnahmen um zwei Prozent, was besonders an dem immer noch vergleichsweise stabilen Markt mit physischen Tonträgern liegt – 70 Prozent des Geschäfts machen sie hier nach wie vor aus. Der Rückgang geht in Deutschland deutlich langsamer vonstatten als anderswo.

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