Digitalisierung: Bosch will Millionen sparen

Digitalisierung: Bosch will Millionen sparen

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Werner Struth, Geschäftsführer im Bereich Industrial Technology des Technikkonzerns Bosch.

Bosch setzt auf die Digitalisierung: Das Unternehmen verspricht sich davon nicht nur neue Geschäftsfelder, sondern will auch Millionen einsparen.

Der Technikkonzern Bosch verspricht sich vom stärkeren Einsatz von Software, Funktechnologien und vernetzen Maschinen in Fabriken hohe Einsparungen. „Wenn wir unsere mehr als 250 Werke weltweit anschauen, kommen wir bis 2020 locker auf jährliche Einsparungen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich“, sagte der für das Industriegeschäft zuständige Geschäftsführer Werner Struth der Deutschen Presse-Agentur. Das sei eine grobe Schätzung. Schon in diesem Jahr könne Bosch mit Hilfe von Industrie 4.0 sparen.

Unter dem Schlagwort versteht man in Deutschland die Digitalisierung der industriellen Fertigung. Bosch bietet solche Technologien an, nutzt diese aber auch in seinen eigenen Fabriken für Industrieteile und Verpackungstechnik. So hat der Konzern seine Produktion in einem Pilotwerk im saarländischen Homburg intelligent vernetzt. Dort werden Kisten mit Funketiketten ausgestattet und so Logistikprozesse vereinfacht.

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Außerdem können Hydraulikventilpumpen nach individuellen Kundenwünschen hergestellt werden, weil die Werkteile den Maschinen vorgeben, wie sie bearbeitet werden sollen. Inzwischen werden die Technologien in 20 weiteren Bosch-Werken angewandt.

Die Folgen von Industrie 4.0 für die Branchen in Deutschland bis 2025

  • Maschinenbau

    Anteil am Umsatz des verarbeitenden Gewerbes (Bruttoproduktionswert): 13 %
    Zusätzliches Umsatzwachstum pro Jahr: 2-5 %
    Produktivitätssteigerungen: 7-11 %
    Zahl der Arbeitsplätze: 95.000
    Jährlicher Zuwachs an Arbeitsplätzen: + 0,9 %

    Quelle: Boston Consulting Group

  • Automobilbau

    Anteil am Umsatz des verarbeitenden Gewerbes (Bruttoproduktionswert): 22 %
    Zusätzliches Umsatzwachstum pro Jahr: 2-3 %
    Produktivitätssteigerungen: 6-9 %
    Zahl der Arbeitsplätze: 50.000
    Jährlicher Zuwachs an Arbeitsplätzen: + 0,2 %

    Quelle: Boston Consulting Group

  • Nahrungsmittel

    Anteil am Umsatz des verarbeitenden Gewerbes (Bruttoproduktionswert): 10 %
    Zusätzliches Umsatzwachstum pro Jahr: 2-3 %
    Produktivitätssteigerungen: 5-10 %
    Zahl der Arbeitsplätze: 15.000
    Jährlicher Zuwachs an Arbeitsplätzen: + 0,8 %

    Quelle: Boston Consulting Group

  • Sonstige

    Anteil am Umsatz des verarbeitenden Gewerbes (Bruttoproduktionswert): 55 %
    Zusätzliches Umsatzwachstum pro Jahr: 1-2 %
    Produktivitätssteigerungen: 4-7 %
    Zahl der Arbeitsplätze: 230.000
    Jährlicher Zuwachs an Arbeitsplätzen: + 0,6 %

    Quelle: Boston Consulting Group

  • Gesamt

    Umsatz des verarbeitenden Gewerbes (Bruttoproduktionswert): 2 Billiarden Euro
    Zusätzliches Umsatzwachstum pro Jahr: 20-40 Milliarden Euro
    Produktivitätssteigerungen: 90-150 Milliarden Euro

    Quelle: Boston Consulting Group

„Wir sind skeptisch gegenüber vielen der publizierten Zahlen über Einspar- und Umsatzpotenziale“, sagte Struth. „Wir arbeiten lieber an konkreten Einzelbeispielen, um aufzuzeigen, welche Einsparungen sich erzielen lassen.“ Das seien aber signifikante Beträge, die auch einen volkswirtschaftlichen Beitrag leisten.

„Teil unserer Strategie ist es, dass wir für Produktionssysteme Software und Lösungen erst in unseren eigenen Fabriken testen und dann unseren Kunden anbieten“, sagte Struth. Wie viel Umsatz Bosch selbst als Anbieter solcher Technologien machen will, sei schwer zu beziffern. „Wenn alle Industrie 4.0 machen, wie viel von meinen Aktivitäten sorgt dann für die Absicherung des bestehenden Geschäftsvolumens und wie viel für neues Geschäft?“, so Struth.

Bosch will sich mit Produkten und Dienstleistungen rund um das Internet auch neue Märkte erschließen. Eine große Bedeutung habe das „condition monitoring“, mit dessen Hilfe Produktionsprozesse kontrolliert werden. „Ich kann mir vorstellen, dass wir da als Dienstleister für kleine und mittelständische Unternehmen fungieren.“

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Der Technikkonzern hat sich in den USA dem Industrial Internet Consortium (IIC) angeschlossen, in dem sich Konzerne wie Cisco, IBM aber auch Siemens über das Thema austauschen. „Das IIC in den USA hat einen anderen Ansatz als Deutschland und Europa“, sagte Struth. Der Zusammenschluss diskutiere nicht lange über Standards, sondern kümmere sich rasch um Anwendungs- und Geschäftsmodelle.

Bosch nimmt am ersten aus Europa getriebenen Projekt des IIC teil. Dabei geht es darum, die Position von Akkuschraubern in einer Werkshalle zu bestimmen. Auf diese Weise soll automatisch das richtige Drehmoment für die jeweilige Aufgabe eingestellt werden. Der Vorteil: Sicherheitsrelevante Schrauben würden dann immer mit der genau vorgeschriebenen Kraft angezogen. Struth glaubt, dass solche Beispiele Industrie 4.0 den Durchbruch bringen: „Die wahre industrielle Revolution findet über Geschäftsmodelle statt.“

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