Diskussion um Fahrverbote: Diesel-Hersteller fordern Entgegenkommen von der Politik

Diskussion um Fahrverbote: Diesel-Hersteller fordern Entgegenkommen von der Politik

, aktualisiert 04. Juli 2017, 13:14 Uhr
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Die Diesel-Hersteller sind für hohe Feinstaub-Werte verantwortlich – trotzdem fordern sie ein Entgegenkommen von der Politik.

Quelle:Handelsblatt Online

Aus Sicht der Autobauer ist es ein Entgegenkommen: Die Hersteller wollen laut Branchenverband VDA ältere Dieselautos mit einem Softwareupdate nachrüsten. Doch der Verband richtet auch konkrete Forderungen an die Politik.

Die deutschen Autobauer setzen zur Rettung des Dieselantriebs auf die Politik. Der Branchenverband VDA erneuerte am Dienstag zwar die Bereitschaft der Hersteller zur Nachbesserung der Software von Dieselautos mit Euro-5-Abgasnorm, um den Ausstoß an giftigem Stickoxid zu verringern. Um die Luftqualität in Städten zu verbessern und Fahrverbote zu verhindern, sei jedoch ein Gesamtpaket nötig, an dem man mit der Politik arbeite, sagte VDA-Chef Matthias Wissmann in Berlin.

Als Teil einer Lösung seien zudem Maßnahmen erforderlich, um den Verkehrsfluss in den Städten zu verbessern, sowie die Förderung alternativer Antriebe und Mobilitätsangebote. „Keine Maßnahme allein wird ausreichen, um kurzfristig in den betroffenen Städten den sehr anspruchsvollen Luftqualitätswerten zu entsprechen.“

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Mit Sorge beobachte die Branche, dass wegen der Verunsicherung der Käufer der Anteil der Dieselautos nach der neueren Euro-6-Abgasnorm an den Neuzulassungen sinke und der des Benziners steige. Dies sei vor allem deshalb beunruhigend, weil dadurch das Erreichen der schärferen Klimavorgaben erschwert werde. „Je geringer der Dieselanteil, desto mehr entfernen wir uns von den Klimaschutzzielen.“

Die deutschen Hersteller gehen davon aus, dass aktuell etwa die Hälfte ihrer Dieselfahrzeuge mit Euro-5-Abgasnorm für eine Nachbesserung geeignet ist. Durch ein Software-Update könne der Ausstoß an schädlichem Stickoxid gesenkt werden, ohne jedoch das Niveau neuerer Euro-6-Fahrzeuge zu erreichen.

Ziel müsse deshalb auch sein, ältere Fahrzeuge gegen neue zu ersetzen. Es gebe intelligentere Maßnahmen als Fahrverbote. Wissmann ging in seinem Redemanuskript nicht auf Forderungen aus der Politik ein, die eine Nachrüstung nicht nur für Euro 5, sondern auch für die ältere Norm Euro 4 und die neuere Vorschrift Euro 6 für nötig halten. Damit wären etwa 80 Prozent aller Dieselautos auf deutschen Straßen abgedeckt.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) haben eine Initiative ins Leben gerufen, um die Schadstoffbelastung in den Städten zu senken. Dadurch soll der Streit über die Zukunft des Dieselantriebs aus dem Wahlkampf herausgehalten werden.

Eine Lösung zur Reduzierung der Abgase soll ein „Nationales Forum Diesel“ finden, an dem weitere Ministerien und die Autobranche beteiligt werden. Die bayerische Landesregierung unter Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat bereits zusammen mit BMW, Audi und MAN ein Maßnahmenpaket geschnürt, das auf die Nachrüstung von Autos, modernste Dieseltechnologie sowie die Förderung alternativer Antriebe und des öffentlichen Nahverkehrs setzt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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