Dow Chemical und DuPont: Wie BASF von der Fusion profitieren will

Dow Chemical und DuPont: Wie BASF von der Fusion profitieren will

, aktualisiert 27. März 2017, 14:17 Uhr
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von Jacqueline Goebel und Jürgen Salz

Die EU-Kommission hat den Zusammenschluss der US-Chemiekonzerne Dow Chemical und DuPont gebilligt. Allerdings muss DuPont dafür ein Großteil seines Pflanzenschutzgeschäftes verkaufen. Daran dürfte die BASF interessiert sein. Die Ludwigshafener würden gern einsammeln, was bei den Fusionen der Agrarchemiekonzerne so abfällt.

Rund um ihre Pflanzenschutzlabors im hessischen Lampertheim züchten BASF-Forscher Erdbeeren, Kürbisse, und Mais. Und machen damit Werbung: Auf einem Maisfeld wachsen kleine, blasse Pflanzen, auf dem anderen kräftigere. Der blasse Mais ist unbehandelt, der andere wird von BASF-Chemie geschützt, verraten Schilder vor den Feldern. Die Botschaft ist deutlich: Mit unseren Pflanzenschutzmitteln gedeiht der Mais, wird größer, prächtiger und bringt mehr Nahrung.

Nur große Konzerne können die Weltbevölkerung ernähren – die These gilt als wichtiges Argument für die gewaltigen Übernahmen in der Branche: Bayer will Monsanto für mehr als 60 Milliarden Dollar übernehmen, die US-Konzerne Dow Chemical und DuPont wollen sich zusammenschließen. Und ChemChina möchte für 47 Milliarden Dollar die Schweizer Syngenta kaufen.

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Nur BASF bleibt bislang abseits. Vorstandschef Kurt Bock verkauft das als Strategie. Sein Plan: BASF soll kaufen, was die Konkurrenz auf Druck der Kartellwächter bei ihren Fusionen abstoßen muss. Intern sondieren die BASF-Manager, was für sie abfallen könnte. Noch hat der Aufsichtsrat keine konkreten Angebote besprochen, erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen.

Doch die Spannung steigt. Gleich zu Beginn dieser Woche hat die EU-Kommission den Zusammenschluss der US-Konzerne DuPont und Dow Chemical genehmigt, allerdings unter Auflagen. Als nächstes steht die Prüfung der Übernahme der Schweizer Syngenta durch ChemChina an. Die kartellrechtliche Freigabe der Übernahme von Monsanto durch Bayer soll Ende 2017 folgen.

Durch Resteverwertung zum Erfolg – geht Bocks Plan auf? Der Konzern steht unter großem Druck. Durch die Fusionen rutscht BASF auf einen abgeschlagenen Platz vier auf der Weltrangliste. Und wenn sich das Unternehmen nicht verstärkt, dann könnte der Abstand schnell noch größer werden.

Umsätze mit Pflanzenschutz und Saatgut

  • Weit im Rückstand

    Nach den Fusionen würde der Umsatz der Konkurrenz BASF um ein Vielfaches übertreffen.

    Quelle: Deloitte, Umsatz (2015), ohne mögliche Verkäufe

  • Bayer + Monsanto

    Pflanzenschutz: 11,3 Milliarden
    Saatgut: 11,1 Milliarden

  • Dow + DuPont

    Pflanzenschutz: 8,6 Milliarden
    Saatgut: 9,2 Milliarden

  • Syngenta + ChemChina

    Pflanzenschutz: 14,4 Milliarden
    Saatgut: 3,2 Milliarden

  • BASF

    Pflanzenschutz: 5,8 Milliarden
    Saatgut: -


Schon im vergangenen Jahr sollen die Ludwigshafener den Kauf des US-Pflanzenschutzspezialisten FMC geprüft haben, berichten Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Konzern reagiert gewohnt schmallippig: Man prüfe ständig Übernahmen und Desinvestitionen, erklärt eine Sprecherin.

Das zeigt: Der Druck ist groß, schnell einen geeigneten Übernahmekandidaten zu finden. Denn Bocks Strategie ist auch aus der Not heraus entstanden. Gern hätten auch die Ludwigshafener Syngenta gekauft, auch mit Monsanto soll es Gespräche gegeben haben. Am Ende legten die anderen mehr Geld auf den Tisch. Eine Übernahme von FMC wäre mit solchen Deals kaum vergleichbar. Wohl auch deshalb schaut sich der Vorstand nun erst mal nach anderen Möglichkeiten um.

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