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Drastische Einschnitte: Neuer RWE-Chef streicht zusätzliche Jobs

Quelle: Handelsblatt Online

Der Energiekonzern RWE hatte ohnehin einen massiven Personalabbau geplant. 8000 Stellen sollten wegfallen. Doch selbst das reicht den Konzernmanagern nicht aus. Die Pläne des neuen RWE-Chefs Terium gehen noch weiter.

Schwäche 1: Teurer Zukauf von Kohlendioxid-Zertifikaten

Der Atomausstieg macht RWE an einer Stelle besonders stark zu schaffen – wenn es um die CO2-Emissionen geht. RWE-Chef Jürgen Großmann hatte lange gehofft, durch eine Verlängerung der Laufzeiten bei den Kernkraftwerken möglichst viel CO2-freien Strom produzieren zu können. Doch nach der Atomkatastrophe von Fukushima ist klar: Der Energiekonzern wird nach wie vor sehr stark abhängig von seinen Kohlekraftwerken (Bild: Kraftwerk Westfalen in Hamm) und damit auch der größte Emittent des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids bleiben.

Bild: dapd

Der neue RWE -Chef Peter Terium will Kreisen zufolge mehr als 2000 weitere Arbeitsplätze streichen. Teriums Pläne sähen den Abbau von rund 2400 Jobs vor, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Betroffen seien vor allem Verwaltungsaufgaben wie Rechnungs-, Finanz- und Personalwesen. Über Details müsse noch mit den Arbeitnehmervertretern beraten werden. Die Pläne waren Thema einer Vorstandssitzung am Donnerstag. RWE lehnte einen Kommentar dazu ab.

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Die Streichpläne des RWE-Chefs kommen zu den ohnehin geplanten Stellenabbau hinzu. Der Konzern hatte bereits angekündigt, 8000 der 72.000 Stellen abzubauen. Dies soll auch mit Hilfe der Beteiligungsverkäufe geschehen, durch die der wegen des Atomausstiegs und des schwächelnden Gasgeschäfts unter Druck geratene Konzern bis Ende 2013 bis zu sieben Milliarden Euro einnehmen will. Terium will auch mit Hilfe des Stellenabbaus rund eine Milliarde Euro zusätzlich einsparen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte befürchtet, dass bis zu 5000 zusätzliche Arbeitsplätze wegfallen. Gemeinsam mit der IGBCE will sie eine Verlängerung der Ende des Jahres auslaufenden Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung durchsetzen. Die Pläne der Arbeitnehmervertreter, den Vertrag bis 2023 zu verlängern und auf RWE-Beteiligungen wie die Netztöchter Amprion und Thyssengas auszuweiten, trifft bei Terium aber auf Ablehnung.

Der RWE-Chef will im Rahmen des Projekts "Julio II" auch eine länderübergreifende Erzeugungsgesellschaft gründen. "Das Konzept des Julio-II-Projektteams sieht vor, die deutschen Steinkohle- und Gaskraftwerke der RWE Power in die europäische Erzeugungsgesellschaft einzubringen, die ihren Sitz in Deutschland haben soll", heißt es in einem Reuters vorliegenden internen Papier des Konzerns. Die Tochter mit Sitz in Nordrhein-Westfalen soll in der Form einer europäischen Aktiengesellschaft (SE) Anfang 2013 an den Start gehen.

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